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Rohstoffe : Rohstoffhausse auf der Kippe

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Bild: FAZ.NET

Rohstoffe waren der Treibstoff der Finanzmärkte in den vergangenen Jahre. Doch mittlerweile machen sich Sorgen breit, daß das teure Öl zur Gefahr für die Weltkonjunktur wird un der Rohstoffboom ins Wanken gerät.

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          Rohöl sowie seine Nachprodukte Benzin und Heizöl finden seit gut zwölf Monaten unter den Rohstoffen große Aufmerksamkeit. Und dies wird vermutlich so bleiben, denn Öl ist der Rohstoff, den zumindest in den bereits weiter entwickelten Schwellenländern und schon gar in den Industrieländern direkt oder mittelbar jeder benötigt.

          Öl ist knapp, und vor allem sind die Kapazitäten zu seiner Weiterverarbeitung begrenzt. Nach herrschender Meinung wird es unter gleichbleibenden Bedingungen mindestens zwei, eher aber drei Jahre dauern, bis ausreichend Förder- und Raffineriekapazitäten geschaffen sind, um den wachsenden Bedarf so decken zu können, damit eine Versorgung zu nachhaltig niedrigeren Preisen möglich wird.

          Wenn sich Öl aber schon zuvor stark genug verteuert, um die Weltkonjunktur zu Fall zu bringen und womöglich in eine Rezession zu stürzen, würde sich das Blatt eher wenden, denn der Ölpreis bräche dann wohl stark ein. Eine wachsende Zahl von Experten hält einen solchen Ausgang inzwischen für recht wahrscheinlich.

          Öl belastet auch Metalle

          Die vom Öl ausgehenden konjunkturellen Bedenken sind es, die zunehmend auch auf den Märkten für Industriemetalle lasten. Zudem beginnen die Metallpreise aus sich heraus die Gewichte bei Angebot und Nachfrage zu verschieben. Die zurückliegenden Preissteigerungen haben starke Anreize zur Erhöhung der Bergwerks- und, in geringerem Umfang, auch der Raffinerieproduktion geschaffen.

          Auf der anderen Seite sinkt das Wachstum der Nachfrage in den traditionellen Industrieländern, während es in China und in anderen Schwellenländern weiter zunimmt. Unter dem Strich bewirkt dies, daß der Rückgriff auf vorhandene Bestände zur Deckung des laufenden Bedarfs langsam abnimmt und sich eine Erholung der extrem weit abgebauten Vorräte abzeichnet.

          Je mehr sich die konjunkturellen Aussichten verschlechtern, desto rascher dürften Produktion und Verbrauch von Industriemetallen wieder in ein statistisches und tatsächliches Gleichgewicht gelangen. Experten geben jedoch zu bedenken, daß die Kosten für die Gewinnung von Metallen auch wegen des hohen Ölpreises stark steigen und daß dies einer fortschreitenden Ausweitung der Produktion Grenzen setzt. So macht zum Beispiel bei Aluminium die Energie bis zu 90 Prozent der Gestehungskosten aus.

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