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Rohstoffe : Ein Fonds kauft den Kupfermarkt leer

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Kupfer ist derzeit gefragt. Bild: dpa

Ein einzelner Käufer kontrolliert offenbar mehr als die Hälfte der Kupferbestände in den Lagern der Londoner Metallbörse LME. Der Kupferpreis stieg zuletzt auf ein Zwei-Wochen-Hoch.

          Ein einzelner Käufer kontrolliert offenbar mehr als die Hälfte der Kupferbestände in den Lagern der Londoner Metallbörse LME. Im vergangenen Monat soll dieser Investor nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ zeitweise mehr als 90 Prozent der Kupferbestände besessen haben. Wegen der Kontrolle eines großen Teils des Angebots fürchten Händler an der LME steigende Preise. Die Börse veröffentlicht die Identität von Marktteilnehmern nicht.

          Nach dem Zeitungsbericht soll es sich um den Londoner Hedgefonds Red Kite Group handeln, der vorwiegend Metalle handelt. „Die LME beobachtet ihre Märkte ständig, um einen geordneten Handel zu gewährleisten“, sagte eine Sprecherin der Börse. Beschränkungen für den Besitz der Waren gebe es an der LME nicht. Die Börse nutze allerdings andere Mechanismen, um zu verhindern, dass es zu Engpässen an den Märkten kommt. So ist ein Investor mit einer dominanten Position verpflichtet, für einen kurzen Zeitraum das Metall an andere Marktteilnehmer zu verleihen. Die Leihgebühren werden von der LME begrenzt.

          Entsprechende Spekulationen auf einen Versorgungsengpass haben dann auch den Kupferpreis am Dienstag angetrieben. Eine Tonne verteuerte sich am Londoner Terminmarkt um ein Prozent auf 6797,75 Dollar und zur Wochenmitte weiter auf über 6800 Dollar. Damit war das Industriemetall so teuer wie zuletzt Mitte des Monats. „Die Versorgungslage am globalen Markt für Kupferkonzentrat könnte sich demnächst anspannen“, erklärten die Analysten der Commerzbank. Die Kumpel in der indonesischen Kupfermine „Grasberg“ des Konzerns Freeport-McMoRan wollen ab nächste Woche für einen Monat die Arbeit niederlegen.

          Ende September waren vier Arbeiter bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Gewerkschaften fordern nun personelle Veränderungen beim Management der Tagebau-Grube. Zudem wollen ab dem 10. November auch die Arbeiter in der größten peruanischen Mine „Antamina“ für höhere Einkommen streiken. Insgesamt rechnen die meisten Analysten damit, dass in diesem Jahr und auch 2015 mehr Kupfer gefördert als verbraucht wird. Der Kupferpreis hat in diesem Jahr um acht Prozent nachgegeben. Der Minenkonzern Freeport veröffentlichte am Dienstag zwar unerwartet gute Gewinnzahlen für das Quartal. Aber er senkte seine Schätzungen für die Gesamtjahresförderung. Wegen des Unfalls seien viele Männer in den vergangenen Wochen der Grube ferngeblieben.

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