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Rohstoffe & Edelmetalle : Der Goldpreis kennt keine Grenze mehr

  • -Aktualisiert am

Glänzendes Depot Bild: REUTERS

Der Goldpreis hat am Dienstag ein Allzeithoch erreicht. Der Kauf von Gold mag manchem Anleger nutzlos erscheinen, da das Metall weder Kupons noch Dividenden abwirft. Trotzdem scheint es bei Anlegern immer begehrter zu werden.

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          Gold - ähnlich wie viele andere Rohstoffe wurde das Edelmetall von den Anlegern nach einem Preissprung in den inflationären 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zunächst kaum noch beachtet. Der Preis geriet in einen Abwärtstrend, weil eine Zeit lang sich immer mehr Anleger von den damals unrentablen Anlagen trennten und weil Goldproduzenten diesen Preisdruck noch durch Absicherungstransaktionen verstärkten.

          In den vergangenen Jahren hat sich das allerdings geändert. Im Rahmen der allgemeinen Energie- und Rohstoffhausse hat auch der Goldpreis deutlich angezogen und am achten Januar des Jahres 2008 mit 876,67 Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch erreicht und damit den im April des Jahres 2004 etablierten Aufwärtstrend fortgesetzt.

          Kursrekord erschließt aus technischer Sicht neuen Spielraum nach oben

          Mit dem Kursrekord wird zumindest aus technischer Sicht neues Terrain erschlossen. Das heißt, von nun ab scheint alles möglich zu sein. Aus fundamentaler Sicht lassen sich viele Argumente für den steigenden Goldpreis anführen. An erster Stelle steht die anhaltende Kursschwäche des amerikanischen Dollars, der in den vergangenen Monaten gewissermaßen zu einer Dollarinflation geführt und alle in dieser Währung denominierte Werte nach oben getrieben hat.

          Gold glänzt mit hohen Preisen
          Gold glänzt mit hohen Preisen : Bild: AFP

          Die Sorgen über die schwache Währung dürften verstärkt worden sein durch die anhaltende Kreditkrise, in deren Rahmen sich die Banken gegenseitig nicht mehr richtig zu vertrauen scheinen. Da niemand genau weiß, wo die bonitätsschwachen Hypothekarpapiere verschiedenster Herkunft liegen und wer möglicherweise auf ihrer Basis gar Kredite vergeben hat, dürfte diese Verunsicherung noch eine weile andauern können und auch die Realwirtschaft beeinträchtigen. Deswegen neigt die amerikanische Zentralbank zu einer inflationären Geldpolitik mit hohen Geldmengen und tiefen Zinsen, die wiederum den Dollar weiter in die Defensive bringen kann.

          Aus diesem Grund neigen offensichtlich immer mehr Anleger zu einer neuartigen Diversifikation ihrer Risiken, in deren Rahmen sie sich auch Edelmetalle ins Depot legen. Das zunehmende Interesse zeigt sich an den hohen offenen Positionen an den Terminmärkten ebenso, wie an den zunehmenden Volumina, die so genannte ETCs - das sind börsengehandelte Rohstofffonds, die die Preisentwicklung der Basisprodukte eins zu eins replizieren - verzeichnen.

          Auf diese Weise verstärkt sich die Goldhausse bis auf weiteres selbst. Denn die zunehmende Nachfrage der Anleger selbst treibt den Preis weiter nach oben. Der steigende Preise wiederum führt zu zunehmendem Interesse, das unter anderem auch von Banken weiter gefördert wird. Längst haben sie Lunte gerochen und Fonds, Zertifikate und andere auf den Goldspreis bezogene Anlageprodukte auf den Markt geworfen und kräftig beworben.

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