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Rohstoffe : „Der Rohstoffsektor durchläuft einen Super-Zyklus“

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Neigt sich die Rohstoff-Hausse langsam ihrem Ende zu oder befinden wir uns erst mitten in einem langen Super-Zyklus? In der Debatte um diese Frage gehört Merrill-Lynch-Star-Fondsmanager Evy Hambro eindeutig dem Bullenlager an.

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          Die Hausse im Rohstoffsektor dauert nun schon einige Jahre (siehe Chart: Die Entwicklung der realen Basismetallpreise). Trotzdem werden die Marktteilnehmer immer dann nervös, wenn wie jetzt mit dem Ölpreis ein wichtiger Eckpfeiler dieser Hausse in eine Korrektur eintritt. Bange wird dann immer die Frage gestellt, ob sich der Aufwärtszyklus nicht vielleicht doch langsam seinem Ende zuneigt.

          Zur Beantwortung dieser Frage machen wir uns den Rat von Evy Hambro zu nutze. Sein Wort hat Gewicht, gilt der Managing Director von Merrill Lynch Investment Managers doch als einer der besten Kenner der Rohstoffszene. Die beiden von ihm verwalteten Fonds World Mining (ISIN: LU0075056555) und World Gold (ISIN: LU0055631609) sind im Dreijahreszeitraum mit plus 114 und plus 59 Prozent die besten Vertreter unter den in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Branchenfonds. Das Rohstoff-Analystenteam, dem er angehört, ist außerdem das Einzige, das von Forsyth Partners und der S&P Group mit der Bestnote AAA ausgezeichnet worden ist.

          Bei so viel geballter Kompetenz dürften alle Rohstoff-Anhänger unter den Anlegern froh darüber sein, daß Hambro für den Rohstoff-Sektor weiter ausgesprochen zuversichtlich gestimmt ist. „Die Industrie erfreut sich nach wie vor der besten Rahmenbedingungen seit einer ganzen Generation“, lautet sein optimistisches Fazit. Die größten Rohstoffunternehmen hätten im Vorjahr mit Rekordergebnissen geglänzt, in diesem Jahr würden diese Rekordzahlen sogar noch einmal übertroffen und auch die Signale für 2006 seien sehr ermutigend, so sein Ausblick.

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          Gegebenheiten am Goldmarkt sprechen für steigende Preise

          Zufrieden stellt Hambro außerdem fest, daß sich die Verantwortlichen anders als früher mit dem daraus resultierenden Geldsegen weitaus disziplinierter umgehen. Es werde nur relativ behutsam in neue Explorationsprojekte investiert, stattdessen werde sehr oft aktionärsfreundlich agiert. So haben seit Juni 2004 alleine die vier großen Branchenvertreter Anglo American, BHP Billiton, Rio Tinto und Xstrata über sieben Milliarden Dollar in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückgegeben. „Und so wie ich das sehe, kommt in dieser Hinsicht noch mehr“, meint der Merrill Lynch-Fondsmanager.

          Was die Rohstoffe selbst angehe, zeigten sich die Basismetallpreise weiter in einer starken Verfassung. Einige Metalle wie Kupfer (siehe Grafik: Charts im Vergleich Basismetall-Index, Zink, Nickel und Kupfer) werden beispielsweise auf den höchsten Ständen seit Jahrzehnten gehandelt und generell notieren die Preise über ihren langfristigen Durchschnitten. Die Nachfrage in den wichtigsten Abnahmeländern liege beständig über den Erwartungen, während ein Ausbau des Angebots unter anderem durch Streiks und stark steigenden Kosten verzögert werde. Neben den Basismetallen sehe auch sonst beim Blick auf den Sektor alles sehr positiv aus. Beim Eisenerz und bei Kohle gebe es Rekordpreise zu verzeichnen, der Goldpreis sei nach oben ausgebrochen und auch Platin sowie die Schwestermetalle entwickelten sich gut.

          Sehr gut demonstrieren lassen sich die aktuellen Kräfteverhältnisse am Rohstoffmarkt am Beispiel des Goldes. Während die weltweite Nachfrage nach diesem Edelmetall steige, sei die Produktion im Vorjahr um vier Prozent (und damit so stark wie seit 1940 nicht mehr) und das Angebot sogar um 14 Prozent gefallen. Mit einem schnell steigenden Goldangebot sei auch weiterhin nicht zu rechnen. Dagegen spreche schon die Tatsache, daß die Goldminen ihre Forschungsbudgets seit 1998 um 76 Prozent gekürzt hätten und die Zahl der Neufunde auf einem Rekordtief angelangt sei. Dieser Umstand stehe in scharfem Kontrast zur stetig wachsenden Nachfrage aus China (siehe Grafik: Chinas Anteil an der weltweiten Nachfrage) und das Land der Mitte hat gemäß Hambro „noch einen weiten Weg vor sich.“ Während Indien für 20 Prozent der weltweiten Nachfrage aufsaugt, kommen aus dem Riesenreich China trotz des starken Wachstums erst drei Prozent der Nachfrage. Vor diesem günstigen Hintergrund traut Hambro dem Goldpreis schon bald den nachhaltigen Sprung über die Marke von 500 Dollar je Feinunze zu.

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