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Rentenfonds : „Wir sehen den Euro bei 98 Cents“

  • -Aktualisiert am

Der Euro steigt wieder Bild: FEM

Wie ein Befreiungsschlag wirken die neuen Hochs, die der Euro seit einigen Tagen ansteuert. Und die neue Begeisterung für die Gemeinschaftswährung dürfte nicht von kurzer Dauer sein, wenn es nach den Profis geht.

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          Die Stimmung für den Euro schlägt um. Nachdem die Gemeinschaftswährung in den vergangenen Tagen ein neues Dreimonats-Hoch erreicht hat, scheint sich die Ausgangslage für höhere Notierungen beim Euro erheblich zu bessern. Das bestätigen auch die jüngsten Dispositionen der Fondsmanager für internationale Rentenfonds, die ihre Bestände in Euro schon wieder kräftig aufstocken.

          „Wir haben bereits vor zwei Wochen begonnen, unsere Euro-Anlagen aufzubauen“, erklärt Martin Hochstein, Rentenfondsmanager bei der BfG Invest, Tochter der BfG Bank. „Ich denke es ist an der Zeit, das aus Sicht des deutschen Anlegers aufkommende Währungsrisiko in US-Anlagen stärker aus dem Fonds herauszunehmen.“ Hochstein jedenfalls hat die bis vor kurzem deutliche Übergewichtung des Dollars im BfG Global Rent A in die Gegenrichtung gedreht. Jetzt liegt das Schwergewicht der gesamten Anlagen auf in Euro notierten Anleihen.“ In Zahlen: War der Fonds bis vor kurzem noch zu rund 65 Prozent im Greenback investiert, so haben die BfG-Strategen diese Quote zuletzt auf nur noch 30 Prozent heruntergefahren.

          Gute Gründe für die Euphorie

          Auch Klaus-Michael Menz, Fondsmanager des von der Kölner Oppenheim KAG aufgelegten CC Rent Global OP will erstmals seit langer Zeit von seiner bisherigen Übergewichtung in Dollar-Anlagen zu einer deutlichen Untergewichtung wechseln. „Auch unsere Anlagen im britischen Pfund, das sich oft in einer Art Gleichschritt zum Dollar bewegt, werden wir in nächster Zeit deutlich reduzieren“, erklärt Menz.

          Für die Euro-Euphorie der Fondsmanager gibt es gute Gründe. Da spielt eben nicht nur die bisher noch sehr junge Aufwärtsentwicklung der gemeinsamen Europawährung eine Rolle. „Aus rein fundamentaler Sicht hätten wir schon sehr viel früher anfangen müssen, Dollaranlagen zugunsten des Euro abzubauen“; ist Martin Hochstein überzeugt. „Aber die Marktpsychologie hat eine Erholung des Euro bisher verhindert.“ Jetzt sehe eben auch die technische Situation sehr viel besser aus. Zudem sei die Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa immer weiter zusammengeschrumpft, so dass auch von dieser Seite kaum noch Argumente gegen eine Erholung der Europawährung zu finden seien.

          Zinsschritte erst im nächsten Jahr

          Auch wenn Hochstein Kurse über 89 Cents, wie sie am Montag und sogar zeitweise noch am Dienstag zu beobachten waren, aktuell noch für eine Übertreibung des Marktes hält: Einen weiteren deutlichen Anstieg der Gemeinschaftswährung will Hochstein auch auf kurze Sicht von wenigen Monaten nicht ausschließen. „Unser kurzfristiges Ziel für den Euro liegt bei 96 Cents“, sagt der BfG-Mann. Da traut sich Oppenheim-Stratege Menz sogar noch einen Tick weiter aus dem Währungsfenster: „Auf Sicht von drei Monaten erwarten wir den Euro auf einem Stand von 98 Cents.“ Natürlich könne es in dieser Zeit durchaus noch einmal zu kurzfristigen Rückschlägen kommen. „Insgesamt sollte das aber die lange erwartete Trendwende sein“, so Menz.

          Zumal es von der Zinsseite her keine besonderen Überraschungen mehr geben werde. Menz jedenfalls hält Zinserhöhungen der Notenbanken im laufenden Jahr für kaum wahrscheinlich. „Was ich mir durchaus vorstellen kann, dass die US-Notenbank ihren so genannten 'tightening bias', also die Tendenz zu einer straffen Geldpolitik in Richtung einer neutralen Haltung ändern wird.“ Dem kann Martin Hochstein weitgehend zustimmen: „Nur wenn die für kommenden Freitag anstehenden Arbeitslosenzahlen in Amerika nochmals deutlich runter gehen, wäre es für mich denkbar, dass Alan Greenspan noch einmal zu Zinsmaßnahmen vor Weihnachten greifen wird.“

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