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Rubelverfall : Putin droht Währungsspekulanten

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Der Rubel ist in Bewegung Bild: Röth, Frank

Der russische Präsident Putin hat Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft angekündigt und Währungsspekulanten mit hartem Durchgreifen gedroht. Das stützt den Wechselkurs.

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          Der russische Rubel hat seinen Sinkflug am Donnerstag vorerst gestoppt. Zuvor hatte die russische Notenbank erstmals seit einem Monat eingegriffen, um den Verfall aufzuhalten. 700 Millionen amerikanische Dollar wurden zuletzt aus Devisenbeständen verkauft, wie aus Daten auf der Internetseite der Zentralbank hervorgeht. Das ist allerdings ein eher kleiner Betrag: Allein im Oktober hat sie 30 Milliarden Dollar veräußert, um den unter Ukraine-Krise und Ölpreisverfall leidenden Rubel zu stützen. Die russische Notenbank zählt mit Reserven von über 400 Milliarden Dollar  zu den größten Devisenbesitzern der Welt.

          Der Rubel hatte von Mittwochmittag an seinen Kursverfall abfangen können und von 54,8386 Rubel auf 53,4377 Rubel gegen den Dollar aufgewertet. Gegenüber dem Euro ging es von 67,801 auf 65,8925 Rubel nach oben.

          Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Reihe von Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft und gegen den Kursverfall angekündigt. Unter anderem werde die Regierung Pläne einer Amnestie für Kapitalflucht ausarbeiten, sagte Putin am Donnerstag in einer Rede zur Lage der Nation in Moskau. Außerdem will der Präsident die Wirtschaft durch einen Abbau von Bürokratie stärker in Schwung bringen. Zudem will Putin die Inflationsrate mittelfristig auf vier Prozent reduzieren. Zuletzt war sie auf 8,3 Prozent angestiegen. In seiner Rede kündigte Putin außerdem „harte“ Maßnahmen im Kampf gegen Rubel-Spekulanten an.

          Neben den westlichen Sanktionen hat vor allem der starke Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Monaten dem Rubel stark zugesetzt. Die Regierung bestreitet einen Großteil ihrer Einnahmen mit Rohölexporten. Seit der Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in der vergangenen Woche, ihre Fördermenge unverändert zu lassen, hat sich der Abwärtstrend der Währung noch einmal stark beschleunigt.

          Im November hatte die russische Zentralbank ihre tägliche Kontrolle des Rubelkurses aufgegeben und kündigte an stattdessen auf den Devisenmärkten nur noch zu intervenieren, wenn sie dies für nötig erachtet.

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