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Polymer statt Baumwollpapier : Briten drucken bald Banknoten aus Kunststoff 

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So wird die erste britische Banknote auf Polymer mit Winston Churchills Konterfei aussehen. Bild: dpa

Ein Geldschein aus Kunststoff? Was zunächst merkwürdig klingt, wird bald in Großbritannien Realität: Von 2016 an wollen die Engländer ihr Geld auf Polymer drucken.

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          Großbritannien wird 2016 beginnen, Banknoten auf Kunststoff anstatt auf Baumwollpapier zu drucken. Die Bank von England (BoE) teilte mit, es gebe in der Öffentlichkeit „überwältigenden” Rückhalt für die Umstellung. Der Wechsel beginnt mit der Fünf-Pfund-Note - umgerechnet etwa 6 Euro - die das Konterfei von Winston Churchill tragen wird. Etwa ein Jahr später wird der Zehner mit Jane Austen folgen.

          Bei einer Umfrage hatten knapp 13.000 Personen ihre Meinung zu der Umstellung kundgetan. 87 Prozent waren dafür, 6 Prozent dagegen, und 7 Prozent hatten keine klare Meinung. Etwa 20 Länder nutzen bereits Polymer für ihr Papiergeld. Die britische Notenbank sagte, die neuen Scheine seien sicherer, haltbarer und billiger in der Produktion. Sie kündigte auch ein neues Verfahren bei der Auswahl der historischen Persönlichkeiten an, die darauf abgebildet werden sollen. Mit der Entscheidung für Churchill auf dem Fünfer hatte es Kritik gegeben, dass keine Frau auf den britischen Scheinen gezeigt werde.

          „Unsere Polymerscheine werden Fortschritt und Tradition ideal verbinden”, sagte BoE-Gouverneur Mark Carney bei der Pressekonferenz zur Umstellung. „Sie werden fälschungssicherer und widerstandsfähiger gegen Beschädigungen sein und zugleich die Geschichte und Tradition feiern, die für die Bank und für die Nation insgesamt wichtig sind.” Die BoE bevorzugt die Bezeichnung „Polymer” und sagt, der Begriff „Plastik” sei missverständlich. Bei der Umfrage hätten die Menschen, bevor sie Exemplare gesehen hätten, erwartet, dass die neuen Scheine dick und schwer zu falten seien.

          Der Druckauftrag, der zurzeit bei De La Rue Plc liegt, wird ausgeschrieben. Innovia Security wird das Polymer liefern. Die BOE hatte drei Jahre lang Materialien erforscht. Die Vorteile von Polymer lägen unter anderem in der Unempfindlichkeit gegenüber Schmutz und der Möglichkeit, „Fenster” beziehungsweise durchsichtige Bereiche einzufügen, die ein Fälschen erschweren. Zu den Ländern, die bereits Kunststoffgeld verwenden, zählen Australien, das es bereits 1988 einführte, Neuseeland und Carneys Heimatland Kanada. Zuvor hatte es Beschwerden gegeben, nachdem Carneys Vorgänger Mervyn King mitgeteilt hatte, dass Churchill die Gefängnisreformerin Elizabeth Fry auf den Scheinen ersetzen werde. Die BOE reagierte später, indem sie ankündigte, dass Austen auf dem nächsten Zehner abgebildet sein werde.

          Die Notenbank veröffentlichte kürzlich eine Mitteilung über ihre Pläne für die zukünftige Auswahl von Persönlichkeiten. Es sollten „Personen geehrt werden, die britisches Denken, Innovation, Führerschaft, Werte und Gesellschaft geprägt haben”, und die Auswahl werde „die früheren Entscheidungen berücksichtigen”. Zudem sind ein neues Beratungskomitee und eine Nominierungsfrist für Vorschläge aus der Bevölkerung vorgesehen.

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