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Finanzmärkte : Pfund steigt während Brexit-Referendum auf Jahreshoch

  • Aktualisiert am

Die untere Hälfte ist wieder mehr wert. Bild: dpa

Die Finanzmärkte setzen voll auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Die Aktienkurse steigen und das Pfund wertet auf.

          An den Finanzmärkten steigt während des Brexit-Referendums
          offenbar die Zuversicht über einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) immer weiter. Am Donnerstagmittag stieg das britische Pfund im Verhältnis zum Dollar auf den höchsten Stand in diesem Jahr. Zwischenzeitlich kostete das Pfund bis zu 1,4943 Dollar. Allein zwischen 10 und 12.30 Uhr wertete das Pfund um fast zwei Cents auf.

          Damit war die Währung so viel wert wie zuletzt im Dezember 2015. Noch vor einer Woche war das Pfund gut sieben Cent weniger Wert gewesen. Zum Euro erreichte das Pfund einen Wert von 1,3111 Cent und damit den höchsten Stand seit einem Monat.

          Am Devisenmarkt habe sich zuletzt eine gewisse Zuversicht breit gemacht, dass es nicht zu einem Brexit kommen dürfte, hieß es aus dem Handel. Jüngste Umfragen hatten die Befürworter eines EU-Verbleibs wieder vorne gesehen. Allerdings zeichnet sich bei den Befragungen insgesamt seit einigen Wochen ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

          Am Markt setzt man laut Beobachtern zudem auch auf Eingriffe der Notenbanken gegen mögliche Turbulenzen nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums. „Von allen Seiten ist zu vernehmen, dass es Erklärungen geben werde und dass die Notenbanken vermutlich sehr koordiniert in die Märkte eingreifen würden, um zumindest die Folgen eines Ausstiegs Großbritanniens aus der EU an den Kapitalmärkten in Grenzen zu halten“, kommentiert Dirk Gojny, Analyst bei der National-Bank.

          Auch am britischen Aktienmarkt setzen die meisten Anleger auf einen Verbleib in der EU. Um die Mittagszeit gewinnt der FTSE-100-Index 1,4 Prozent auf 6349 Punkte. Damit markierte der wichtigste britische Aktienindex den höchsten Stand seit zwei Monaten und steuert auf den fünften Gewinntag in Folge zu. Vor allem touristiknahe Aktien gehören zu den Favoriten. Die Titel der Hotelkette Intercontinental legen mehr als 4, die des Freizeitparkbetreibers Whitbread mehr als 3 Prozent zu.

          Vor allem am deutschen Aktienmarkt scheinen die Anleger vom Verbleib der Briten in der EU überzeugt. Der Dax gewinnt 2,4 Prozent auf 10.310 Punkte zu und verzeichnete damit seinen fünften Gewinntag in Folge. Der mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildende F.A.Z.-Index gewinnt 2,1 Prozent auf 2070 Zähler dazu.

          „Der Markt nimmt den Sieg der Brexit-Gegner vorweg“, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. „Die Kurse steigen wieder, weil weitere Umfragen Entwarnung gaben. Das alles zeigt, wie stark die Aktienkurse derzeit auf das Referendum fixiert sind.“ Dies bewies auch die kräftige Aufwertung des Pfund.

          K+S gewinnen 6 Prozent hinzu. Händler verweisen darauf, dass Weißrussland und Russlands größter Kalihersteller Uralkali eine Vertriebsallianz für Kali eingehen könnten. Eine solche Allianz könnte die Kali-Preise insgesamt stützen.

          Die Kurse der Versorger RWE und Eon steigen nach einer positiven Studie der britischen Bank Barclays um 5,2 bzw. 3,9 Prozent. Analyst Mark Lewis rät, Eon in den Portfolios nun überzugewichten und gab auch seine negative Einstufung für RWE auf.

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