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Osteuropa : Neuer Aufwertungsschritt für die slowakische Krone?

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Bild: FAZ.NET

Der Euro zeigt gegen den Dollar wieder etwas Dynamik. Noch stärker ist die Tschechische Krone. Es gibt fundamentale Gründe, die auf weitere Aufwertungsschritte gegen den Euro hindeuten.

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          Nach einer mehrwöchigen Konsolidierung auf hohem Kursniveau ist der Dollar gegen den Euro in den vergangenen Tagen wieder in die Defensive geraten. Mit 1,4843 Dollar liegt die europäische Einheitswährung wieder nahe am Allzeithoch, den sie im November des vergangenen Jahres markiert hatte.

          Das charttechnische Bild deutet eher auf einen Ausbruch des Kurses nach oben aus dem sich etablierenden Dreieck, als nach unten. Obwohl viele Strategen eine Erholung der amerikanischen Währung in den kommenden Monaten erwarten, scheint der Markt die Zinserwartungen zu „spielen“. Aufgrund der schwachen Konjunkturdaten deuten sie trotz der anhaltend hohen Inflation und Rekordpreisen im Energie- und Rohstoffbereich auf weitere Leitzinssenkungen in den Vereinigten hin.

          Slowakische Krone zeigt sich stärker als der Euro

          Dagegen halten sich die Zinssenkungserwartungen in Europa in Grenzen. Marktteilnehmer gehen offensichtlich davon aus, dass die europäische Zentralbank Inflationsrisiken höher gewichtet als Wachstumsrisiken, während die amerikanische Notenbank gerade zum Gegenteil tendiert. Aus diesem Grund läuft nicht nur der Euro nach oben, sondern die Preise von Energie und Rohstoffen laufen von Rekord zu Rekord.

          Jedoch nicht nur der Euro ist stark, sondern auch die slowakische Krone. Mit einem Minus von knapp zwei Prozent auf zuletzt 22,1095 Kronen je Dollar erreicht sie aus Bewertungssicht das höchste Niveau seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Seit Oktober des Jahres 2000 hat die slowakische Währung gegen den Dollar rund 60 Prozent aufgewertet.

          Mit einem Kurs von 32,84 Kronen je Euro liegt sie auch am unteren Rand der Seitwärtsbewegung, in die sie nach einer raschen, deutlichen Aufwertung im Jahr 2006 und im Frühling des Jahres 2007 übergegangen war. Experten, zum Beispiel die Währungsanalysten der Bank BNP Paribas in London, sehen eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Währung gegen den Euro weiter aufgewertet werden könnte.

          Kritischer Blick auf die Inflationsentwicklung

          Die Slowakische Republik erfülle zwar alle wirtschaftlichen Kriterien, die Voraussetzung für die Euroeinführung im Jahr 2009 seien. Es gebe allerdings gewisse Zweifel an der Nachhaltigkeit. Sie gehen von der möglichen Inflationsentwicklung aus, die von der Einführung des Euro und der dann ausbleibenden nominalen Aufwertung ausgehen kann und welcher nur mit einer restriktiven Fiskalpolitik begegnet werden könne.

          Aus diesem Grund liege es nahe, dagegen in Form weiterer Aufwertungsschritte vor dem Eurobeitritt vorzusorgen. Immerhin sei das Wachstum in der Slowakischen Republik robust und die Exporteure hätten sich bisher nicht über die Aufwertung der Währung beschwert. Das Wirtschaftswachstum (BIP) lag im vierten Quartal des vergangenen Jahres bei 6,9 Prozent auf Jahresbasis und dürfte unter normalen Umständen in den kommenden Jahren über dem europäischen Durchschnitt liegen. Aus dieser Tatsache leiten die BNP-Analysten neue Paritäten von 32,22 und 27,7 Kronen je Euro für das laufende Jahr und darüber hinaus ab.

          Der Grund für die Aufwertungsvermutung ist nicht nur in den Wachstumserwartungen zu suchen, sondern in der Tatsache, dass sich auf diese Weise über die Importpreise die Inflationsentwicklung dämpfen lässt. Immerhin führt die Slowakische Republik viele teure Produkte ein.

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