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Opec-Treffen : Warum der Ölpreis noch lange stabil bleiben wird

An Öl gibt es keinen Mangel. Bild: dpa

Die Ölförderländer reden am Donnerstag über eine Verlängerung von Förderkürzungen. Doch damit gelingt ihnen höchstens eine weitere Stabilisierung. Den Preis werden sie kaum hoch treiben können.

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          Am Donnerstag treffen sich die führenden Ölproduzenten der Welt. Ihr Ziel: eine Verlängerung der Förderbremse um weitere neun Monate. Die von Saudi-Arabien dominierte Opec mit ihren 13 Mitgliedern sowie elf andere Ölproduzenten hatten Ende 2016 vereinbart, die Förderung bis Juni 2017 um knapp 1,8 Millionen Barrel am Tag und damit um etwa zwei Prozent der Weltproduktion zu reduzieren.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Delegierten gehen davon aus, dass die Verlängerung reibungslos funktionieren wird. Auch Saudi-Arabien und Russland haben sich schon dafür ausgesprochen. Ziel ist es, den Ölpreis zu stabilisieren, unter anderem um größere Defizite in den Staatshaushalten zu vermeiden. Doch inwieweit die Opec und die klassischen Ölförderländer noch dazu in der Lage sind, ist fraglich.

          Auch an den Ölmärkten hält man den Einfluss zumindest für begrenzt. Erik Norland, leitender Ökonom bei der Chicagoer Warenterminbörse CME, der größten der Welt, weist daraufhin, dass die Terminkurve für amerikanisches Leichtöl der Marke WTI außerordentlich flach sei. „Die Märkte gehen auf Jahre hinaus von einem Preis von 50 Dollar für das Barrel aus. Das ist höchst ungewöhnlich.“

          Damit erwarten diese im Grunde eine Fortsetzung des nun seit 13 Monaten bestehenden Trends. Seitdem liegt der Preis für WTI, aber auch für Nordseeöl der Marke Brent zwischen 40 und 55 Dollar. Wesentlicher Faktor, so Norland, sei die amerikanische Schieferölproduktion. Seit Ende Oktober 2016 sei diese um 900.000 Barrel (159 Liter) pro Tag gestiegen. Dies hätte damit die Produktionskürzung der anderen Länder zur Hälfte wettgemacht.

          Amerika springt ein

          Und Norland geht davon aus, dass die Produktion weiter deutlich steigen kann: „Die Schlüsselgröße ist die Zahl der in Betrieb befindlichen Ölquellen.“ Und er erläutert: „Der Zusammenhang zwischen dem Betrieb von Ölquellen und der Produktionsmenge ist statistisch noch deutlicher, als man erwarten würde, und schlägt sich mit einer Verzögerung von vier bis fünf Monaten in der Produktion nieder.“

          Seit Anfang des Jahres ist die Zahl der in Betrieb befindlichen Ölquellen um fast 200 gestiegen. Gehe man davon aus, dass seit Mai des Vorjahres zunächst die produktivsten Quellen in Betrieb genommen wurden, so werde die Ölproduktion bis Oktober um etwa 700.000 Barrel steigen. Zusammen mit dem Produktionsanstieg seit Oktober 2016 reiche das aus, um die gesamte Förderkürzung Russlands und der Opec zu neutralisieren.

          Hinzu kommt, dass außerhalb der Opec laut dem Monatsbericht des Kartells tendenziell eher mehr als weniger produziert wird. Im Bereich der ehemaligen Sowjetunion etwa wird die Produktion trotz der russischen Förderkürzungen in diesem Jahr per saldo wohl steigen, vor allem dank der kasachischen Quellen. Für die Vereinigten Staaten geht die Opec im Jahr 2017 von fast denselben Zahlen aus wie Norland.

          Die Opec und andere Ölförderländer sind in einer misslichen Situation, in der sie nur versuchen können, ein Marktoptimum zu erreichen: Der Preis soll nicht zu niedrig und die Menge nicht zu klein sein, damit der Umsatz möglichst maximal ist. Sie sind dabei gezwungen, sich ein höheres Preisniveau mittels geringerer Marktanteile zu erkaufen. Hier rächt es sich, wenn Staatshaushalte von den Öleinnahmen abhängig sind. Denn dann kann man auf die Einnahmen nicht verzichten und ist gezwungen, sich so zu verhalten, wie es die Ölproduzenten derzeit tun.

          Es gibt immer ein Aufwärtsrisiko

          Auch auf mittlere Sicht fehle dem Ölpreis die Perspektive, sagt Norland. Allerdings wisse man das nie so ganz genau: „Angesichts der Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl gibt es immer ein Aufwärtsrisiko bei den Preisen. Wenn es bei in einem ölproduzierenden Land massive Ausfälle gibt, schlägt sich das im Preis nieder. Das haben wir bei Libyen gesehen. Obwohl das Land als Produzent gar nicht so bedeutend ist, hat der Bürgerkrieg einen Preisanstieg ausgelöst, der jahrelang Bestand hatte.“

          So müsse man nun etwa sehen, wie sich die Situation in Venezuela weiter entwickele. Ein Bürgerkrieg in diesem ölreichen Land werde sich deutlich im Ölpreis niederschlagen. Auch der Iran sei nicht so stabil, wie man bisweilen annehme und Angolas seit 1979 regierender Präsident dos Santos habe angekündigt, 2018 zurückzutreten. Das habe er allerdings schon des öfteren angekündigt.

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