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Ölproduktion : Auf Ölsuche in ganz Afrika

  • -Aktualisiert am

Afrikas Ölboom: Pipelines für das „schwarze Gold” im nigerianischen Busch Bild: ASSOCIATED PRESS

Öl, so scheint es, findet man inzwischen auf dem ganzen Kontinent. Die Transportbedingungen sind allerdings schwierig. Fündig werden auch kleinere Unternehmen. Ihre Aktienkurse profitieren davon.

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          Sierra Leone war bislang vor allem durch einen unglaublich brutalen Bürgerkrieg bekannt und durch seine „Blutdiamanten“. Künftig aber wird das kleine westafrikanische Land noch in einem ganz anderen Zusammenhang genannt werden: Sierra Leone ist einer der neuen Ölproduzenten auf dem afrikanischen Kontinent.

          „Venus“ heißt das Ölfeld, das von einem Konsortium aus der amerikanischen Firma Anadarko Petroleum, der britischen Tullow Oil, der spanischen Repsol und dem australischen Unternehmen Woodside vor der Küste entdeckt wurde und angeblich Reserven von bis zu 200 Millionen Barrel Öl beinhalten könnte. Ein Barrel umfasst 159 Liter. Dass die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen nach dem Fund sprunghaft anstiegen, hatte aber noch einen anderen Grund: „Venus“ liegt nur 1100 Kilometer von einem der größten Tiefwasservorkommen Afrikas entfernt, dem Jubilee-Feld vor der ghanaischen Küste, dessen Vorkommen auf zwei Milliarden Barrel geschätzt werden.

          Die größten Vorkommen liegen im Süden des Golfes von Guinea

          Zwischen „Venus“ und „Jubilee“ besteht offenbar ein Zusammenhang, nämlich ein aktives Ölfeld, das sich vom Atlantik in den Golf von Guinea hineinzieht und die Fantasien sowohl der Ölsucher beflügelt als auch der unverhofft zu hohen Einnahmen gekommenen afrikanischen Regierungen. Zwischen den beiden Feldern etwa liegen Liberia und die Elfenbeinküste, die ebenfalls über Ölvorkommen verfügen. In Ghana wird für kommendes Jahr mit einem Förderungsbeginn gerechnet. Die Regierung in Accra überlegt gegenwärtig, ihre Territorialgewässer auf 200 Seemeilen auszudehnen, weil hinter dem Horizont noch mehr Öl vermutet wird.

          Bild: F.A.Z.

          Öl, so scheint es, findet man inzwischen auf dem ganzen Kontinent. Zwar liegen die größten Vorkommen immer noch im Süden des Golfes von Guinea und damit im Hoheitsgebiet von bekannten Förderländern wie Nigeria, Angola, Kongo-Brazzaville, Gabun und Äquatorialguinea. Mittlerweile aber zählen auch Nationen wie Ghana, Sierra Leone, Liberia, Côte d'Ivoire und nicht zuletzt Uganda zum Club afrikanischer Ölnationen.

          Es herrscht Goldgräberstimmung

          Afrika produziert gegenwärtig knapp 13 Prozent der weltweiten Ölproduktion. In den kommenden Jahren aber wird damit gerechnet, dass alleine der Schwarze Kontinent für mindestens ein Drittel des Wachstums in dieser Industrie verantwortlich sein wird. Mit anderen Worten: Es herrscht Goldgräberstimmung.

          Abgesehen vom westafrikanischen Golf von Guinea, wird auch in Ost- und Zentralafrika nach Öl und Gas gesucht. Nach Angaben von Black Marlin Energy, einem in Dubai ansässigen Zulieferer für die Ölindustrie, stehen mehr als 500 Millionen Dollar für Probebohrungen alleine in Ostafrika zur Verfügung. Knapp 600 Bohrungen seien zwischen Eritrea und Moçambique niedergelassen worden. Das nimmt sich zwar bescheiden aus gegen die geschätzten 20.000 Probebohrungen in Westafrika. Gleichwohl ist die Trefferquote ähnlich hoch.

          Gasfelder in Äthiopien und Tansania entdeckt

          Die jetzt in Sierra Leone erfolgreiche Tullow Oil hatte zuvor zusammen mit der kanadischen Heritage Oil im Albertsee an der Grenze zwischen Kongo-Kinshasa und Uganda Öl gefunden. Alleine auf ugandischer Seite des Albertsees sollen die nachgewiesenen Reserven laut Tullow zwischen 600 und 700 Millionen Barrel liegen. Auf der anderen Seite des Ufers wird ähnlich viel vermutet. Auch dafür hat Tullow mit Heritage die Konzession.

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