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Fallende Öl-Preise : Öl ist so günstig wie zuletzt im Mai 2009

Sorgt für kaum mehr als ein Achselzucken: Das größte Öllager Libyens brennt Bild: dpa

Der Ölpreis sinkt und sinkt - selbst wenn Kämpfe in Libyen Öllager in Brand setzen. Daran wird sich auch zukünftig nichts ändern.

          Im Opec-Mitgliedsland Libyen brennt das größte Öllager des Landes. Mehr als 800.000 Barrel (je 159 Liter) gingen schon in Flammen auf und damit zwei komplette Tagesproduktionen des Landes mit den meisten Ölreserven in Afrika. Früher wäre das eine Nachricht, die Marktbeobachter in helle Aufregung versetzt und den Ölpreis hätte steigen lassen. Doch heute ist der Brand nur eine Randbeobachtung.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Preis für das schwarze Gold fällt weiter und weiter. Der Tiefpunkt waren am Mittwoch 56,04 Dollar je Fass für die Sorte Brent und damit 2 Prozent weniger als noch am Vortag. Damit hat sich der Preis seit Juni, als ein Fass noch 112 Dollar kostete, nahezu halbiert. So wenig wie aktuell kostete Öl zuletzt im Mai 2009.

          Nachdem die Fronten am Ölmarkt klar sind – die Opec wird ihre Förderung nicht reduzieren, und die Vereinigten Staaten werden weiter fördern, solange es wirtschaftlich möglich ist –, rückt der Schwerpunkt nun auf geopolitische Konflikte. Besonders Libyen, wo seit sieben Monaten ein blutiger Bürgerkrieg tobt, und der Irak, in dem die Terrormiliz „Islamischer Staat“ ihr Unwesen treibt, werden daher immer wieder im Fokus stehen.

          Doch ihr Einfluss auf den Ölmarkt ist äußerst gering. Der Irak fördert rund 2,58 Millionen Barrel am Tag, in Libyen sind es aktuell nur rund 400.000 Barrel je Tag. Mit insgesamt knapp 3 Millionen Barrel haben beide Länder am Ölmarkt nur eine untergeordnete Rolle.

          Selbst wenn beide Länder ihre Produktion einstellen würden, hätte das kaum eine Bedeutung. Zum einen, weil es aktuell ein Überangebot von rund 1,5 Millionen Barrel am Tag gibt. Zum anderen, weil die Produktionsausfälle problemlos von anderen Ländern geschultert werden könnten. Allein Saudi-Arabien fördert mit rund 9,6 Millionen Barrel mehr als das Dreifache. Selbst diese geopolitische Krisen werden dem Ölpreis im neuen Jahr nichts anhaben.

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