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Energie : Ölpreis im kurzfristigen Aufwärtstrend

Alte Ölquellen mit geringem Produktionsvolumen („Stripper Wells“) gibt es in Kalifornien viele - wie hier in Taft. Bild: dpa

Spekulationen auf Förderkürzungen lassen den Ölpreis seit einiger Zeit steigen. Doch auch wenn diese tatsächlich kommen sollten, ist das Potential begrenzt.

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          Seit Jahresbeginn hat sich der Ölpreis deutlich erholt. Lag der Preis für das Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent Mitte Januar noch bei 28,52 Dollar, so erreichte die Notierung am Dienstag bei 44,521 Dollar ein Vier-Monats-Hoch. Nachdem Russland sich im Januar zu Gesprächen mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) über eine Begrenzung der Fördermenge interessiert gezeigt hatte, sorgen Spekulationen über eine mögliche Vereinbarung für Auftrieb.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Daran ändert auch die je nach Tagesform wechselnde Stimmung wenig. Am Mittwoch etwa belasten Aussagen des saudi-arabischen Ölministers Ali al Nami. „Vergessen Sie das Thema", hatte der Minister in einem Zeitungsinterview auf die Frage nach einer möglichen Senkung der Ölproduktion durch Saudi-Arabien geantwortet. Dagegen hatte Russland zuvor verlauten lassen, dass man sich mit Saudi-Arabien auf ein Einfrieren der Förderung geeinigt habe und dass das Königreich diese Einigung nicht mehr von der Teilnahme des Iran abhängig machen wolle.

          Solange das Thema in der Schwebe bleibt, solange bleibt der Preisauftrieb intakt - in Spekulation darauf, dass eine Angebotsverknappung tatsächlich erfolgt. Weil nur von einer möglichen Einigung ein Preiseffekt zu erwarten ist und die Situation bei einem Scheitern im Wesentlichen unverändert bliebe, fehlt derzeit weitgehend eine preisdrückende Baisse-Spekulation. Am Sonntag wollen Vertreter der führenden Förderländer der Opec und Russlands in Doha verhandeln - das Ergebnis könnte weichenstellend sein.

          Einem längerfristigen Preisauftrieb aber steht die amerikanische Ölproduktion entgegen. Denn die Ölpreisentwicklung hat zwei gegensätzliche Effekte: Steigende Preise lassen stets teurere Produktionsmöglichkeiten wieder wirtschaftlich werden. So wird im Bereich zwischen 30 und 50 Dollar die kanadische Ölsand-Produktion ebenso profitabel wie britisches Nordseeöl und sogenannte „Stripper Wells“ in Amerika. Dabei handelt es sich um alternde Produktionsstätten, die nur noch geringe Mengen produzieren.

          Verknappen die Ölförderländer also die Produktionsmenge und steigt der Preis, steigt damit die Fördermenge wieder, was den Preis drückt. Fördern sie weiter unbegrenzt, drückt das den Preis und hält die Konkurrenz vom Markt.

          Dies ist den Marktteilnehmern durchaus bewusst und so haben - so wie am Dienstagabend– Meldungen über stärker als gedacht steigende Ölbestände in den Vereinigten Staaten stets einen negativen Preiseffekt. Nach Schätzungen von Analysten werden täglich weltweit etwa zwei Millionen Fässer mehr Öl gefördert als verbraucht. Zudem drückt der etwas festere Dollar auf die Preise, weil dieser die in der amerikanischen Währung gehandelten Rohstoffe für internationale Anleger unattraktiver macht.

          Insofern ist im Falle einer Einigung in Doha ein stärkerer Anstieg des Ölpreises nicht unwahrscheinlich. Auf Dauer aber wird sich ein signifikant höheres Niveau kaum als nachhaltig erweisen.

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