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Rohstoffe : Ölpreis mit rund 2 Prozent Wochenplus

Mineralölraffinerie Oberrhein in Karlsruhe Bild: dpa

Kurz vor der Ölkonferenz in Doha fällt der Ölpreis am Freitag wieder. Auch das Bankhaus Metzler warnt vor Enttäuschungen, denn gerade wegen dem Iran ist nicht mit einer Einigung zu rechnen. Was haben die Anleger zu erwarten?

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          Der Ölpreis hat am Freitag nach einem deutlichen Anstieg in der ersten Wochenhälfte wieder verloren. Gleichwohl kam der Preis der Nordseesorte Brent bis zum Freitagnachmittag mit einem Wochengewinn von 2 Prozent auf 42,71 Dollar je Fass (159 Liter). Am Dienstag hatte Öl mit 44,80 Dollar den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht. Vor allem Spekulationen über den Ausgang der Ölkonferenz in Doha, der Hauptstadt von Qatar, an diesem Sonntag hatten den Preis bewegt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mindestens 18 Nationen wollen an den Doha-Gesprächen teilnehmen, darunter die großen Förderländer Saudi-Arabien und Russland. Iran, der seine Fördermenge um 700.000 Fass am Tag steigern will, hat ausgeschlossen, sich an einem Einfrieren auf Basis der Januarzahlen zu beteiligen. Das Land schickt statt seines Ölministers seinen Opec-Direktor, was als schlechtes Zeichen gedeutet wurde. Russlands Energieminister Alexander Nowak deutete an, man könne die Fördermenge auch ohne Beteiligung des Iran einfrieren. Aus Mexiko soll der stellvertretende Energieminister Lourdes Melgar dabei sein. Das Land hatte wegen des niedrigen Ölpreises gerade dem staatlichen Energiekonzern Pemex unter die Arme greifen müssen.

          Auch Verbraucher spüren Preisanstieg

          „Aus der Erfahrung früherer Opec-Treffen gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man sich nicht einigen wird“, sagte Abhishek Deshpande, Analyst der Bank Natixis. „Das Treffen hat schon im Vorfeld zu kräftig steigenden Notierungen geführt“, schreibt das Bankhaus Metzler in einem Kommentar „Dabei ist unseres Erachtens völlig offen, ob es überhaupt zu einer Einigung kommen wird; insbesondere der Iran scheint nicht willens zu sein, den eben erst wieder ermöglichten Marktauftritt zu beschneiden.“ Es bleibe bis zur letzten Minute spannend; dennoch sollten sich Marktteilnehmer darauf einstellen, dass es aufgrund von Enttäuschung zu Beginn der kommenden Woche wieder zu einem deutlicheren Rücksetzer bei den Ölpreisen kommen könne. „Der Ölpreis dürfte nach dem Treffen in Doha einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben“, schreibt auch Analystin Barbara Lambrecht im Wochenbericht der Commerzbank: „Schließlich haben vor allem spekulative Anleger die Preise nach oben getrieben.“

          Den Aufschwung der Ölpreise bekamen auch die Verbraucher zu spüren. Die Benzinpreise haben laut ADAC seit Ende Februar wieder zugelegt. Ein Liter Super E10 kostete zuletzt durchschnittlich 1,26 Euro, ein Liter Diesel 1,02 Euro. Auch Heizöl wurde teurer. Am Donnerstag lag der Preis nach Angaben der Internetplattform Heizoel24 bei 44,8 Cent je Liter. Anfang des Jahres waren es 35 Cent gewesen.

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