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Nach der Fed-Entscheidung : Öl und Gold gefragt, Aktien schwach

  • Aktualisiert am

Gold ist bei den Anlegern wieder mehr gefragt. Bild: dpa

Nach der Entscheidung der Fed, das geplante Zinserhöhungstempo zu drosseln, geht es am deutschen Aktienmarkt abwärts. Gold ist sehr viel gefragter.

          Die Aussicht auf noch länger niedrige Zinsen in den USA hat den deutschen Aktienmarkt nicht beflügeln können. Im Gegenteil fällt der Dax nach einem Start oberhalb der Marke von 10.000 Punkten mittlerweile um 2,3 Prozent auf 9757 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gib 2 Prozent auf 2019 Zähler nach.

          Die Fed hatte am Vortag wie erwartet den Leitzins unverändert gelassen, gleichzeitig aber das Tempo aus der Zinswende genommen. Sie dürfte nun ihre Geldpolitik in diesem Jahr langsamer straffen als bisher beabsichtigt.

          Fahrt aufgenommen haben die Preise für Öl und Gold. Letzterer steigt um 3 Prozent gegenüber dem Vorabend auf 1270 Dollar. Grund ist die nun wieder niedrigere Attraktivität von Zinsprodukten. Zudem hätten Zinserhöhungen den Dollar wieder attraktiver gemacht. Der Euro werte fast zweieinhalb Cent gegen den Dollar auf und notiert aktuell mit 1,134 Dollar auf dem höchsten Stand seit Oktober.

          Die Abwertung des Dollar mache Gold als Wertaufbewahrungsmittel wieder interessanter, sagt Barnabas Gan, Volkswirt bei der Oversea-Chinese Banking Corporation. Georgette Boele, Strategin bei ABN Amro, rechnet mit einem baldigen Anstieg des Preise auf 1300 Dollar.

          Der Preis für Rohöl der Marke Brent klettert ebenfalls um rund 3 Prozent auf 41 Dollar. Ihn treiben Spekulationen auf eine Förderbegrenzung nach oben. Opec-Insider hatten am Mittwoch erklärt, die Öl-Förderländer unterstützten Beratungen über ein Einfrieren der Fördermengen auf dem aktuellen Niveau - selbst für den Fall, dass der Iran an den Verhandlungen nicht teilnehmen wolle.

          Nach Angaben aus dem Katar, das in diesem Jahr die Opec-Präsidentschaft stellt, wollen sich die Förderländer am 17. April in Doha treffen. Dort wollten 15 Länder dabei sein, die in etwa für 73 Prozent der weltweiten Ölförderung stünden. Ein unerwartet geringer Anstieg der amerikanischen Rohölbestände stützte Händlern zufolge die Preise zusätzlich.

          Am deutschen Aktienmarkt beschäftigten am Morgen  zahlreiche Bilanzen die Anleger. Eines der Hauptthemen war dabei die Dividende, was aber auch nicht immer alles rettet.

          So sollen die Aktionäre der Lufthansa, die 2014 leer ausgegangen waren, für 2015 nun eine Dividende von 50 Cent erhalten. Gleichwohl fällt der Aktienkurs um mehr als 6 Prozent. Börsianern zufolge enttäuschte vor allem der Geschäftsausblick für das Jahr 2016. United Internet geben mehr als 4 Prozent nach. Auch hier enttäuschte laut Börsianern der Geschäftsausblick etwas. Auch der Aktienkurs der Deutschen Bank gibt mehr als 4 Prozent.

          Zu den größeren Gewinnern gehören dagegen die Anteilsscheine von Wacker Chemie und Krones - sie rücken um jeweils mehr als 2 Prozent vor. Der Spezialchemiekonzern und der Getränkeabfüllanlagenhersteller erfreuten die Anleger mit Dividendenanhebungen.

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