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Opec : Das Ölkartell kämpft gegen seine schwarzen Schafe

Ölfeld im Irak nahe Basra Bild: Reuters

Die Ölstaaten sprechen in Abu Dhabi über die Verstöße gegen ihre Absprachen, damit der Preis wieder steigt. Doch das zu sanktionieren ist nicht so einfach.

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          Der erste Eindruck war überwältigend. Als die Ölstaaten es im November vorigen Jahres geschafft hatten, sich erstmals nach langer Zeit wieder auf eine gemeinsame Begrenzung der Ölfördermengen zu verständigen, da ging es mit dem Ölpreis steil nach oben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Binnen kürzester Zeit stieg der Preis der Nordseesorte Brent von 45 Dollar auf mehr als 55 Dollar je Fass (159 Liter). Jetzt, neun Monate später, würden die Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihre Verbündeten gern an diesen Erfolg der Absprachen über eine Förderkürzung anknüpfen.

          Bild: F.A.Z.

          Ein zweitägiges Treffen in Abu Dhabi, das am Dienstag endete, sollte darum klären, wie man unter den Ölländern wieder zu mehr Förderdisziplin zurückkehren kann. In einer Pressemitteilung der Opec hieß es anschließend, man habe „in einer konstruktiven Atmosphäre“ Gespräche geführt. „Es geht darum, zu verstehen, wieso einige Länder die Förderquoten nicht eingehalten haben“, sagte Giovanni Staunovo, Ölanalyst der UBS.

          Längst nicht alle Staaten halten sich schließlich an die Vereinbarung. Während manche wie Saudi-Arabien ihre Kürzungsquoten übererfüllten, erreichten andere die versprochene Drosselung bei weitem nicht. Ecuador etwa habe öffentlich gegen die Vereinbarung verstoßen, sagt Eugen Weinberg, Ölanalyst der Commerzbank. Kasachstan hingegen habe zwar immer seinen guten Willen beteuert – die Kürzungen jedoch zu keinem Zeitpunkt umgesetzt, sondern die Produktion sogar noch ausgeweitet.

          Auffällig mehr gefördert als nach der Vereinbarung erlaubt hat auch der Irak. Er hatte schon in den Verhandlungen im vorigen Jahr eine Ausnahme gefordert, weil sein Haushalt zu erheblichen Teilen aus Öleinnahmen finanziert wird und der Kampf gegen die Miliz des IS hohe Kosten verursache. Im Juli kam der Irak auf eine Förderung von 4,5 Millionen Fass am Tag – damit hatte er seine Kürzungsvorgaben lediglich zu 29 Prozent erfüllt.

          Iran hingegen war bereits in den Verhandlungen eine leichte Ausweitung seiner Förderung zugestanden worden. Das Land hatte argumentiert, nach dem Ende der amerikanischen Atom-Sanktionen erst mal wieder auf seine alten Fördermengen kommen zu wollen. Auch Nigeria und Libyen hatte die Opec wegen der unsicheren Lage in den Ländern Zugeständnisse gemacht. Nun ärgert sich die Organisation aber offenbar doch, dass die Länder viel mehr Öl fördern als früher. Im Durchschnitt kommen die Opec-Staaten für Juli auf eine „Compliance“ von 84 Prozent – lediglich in dieser Größenordnung haben sich die Länder an die versprochenen Kürzungen gehalten.

          Aber was kann die Opec denn machen, um die „schwarzen Schafe“ in ihren Reihen zu mehr Förderdisziplin anzuhalten? Die Möglichkeiten sind wohl begrenzt. Allgemein gelte, dass ein Kartell immer dann gute Sanktionsmöglichkeiten gegen Kartellbrecher habe, wenn die verschiedenen Beteiligten auf voneinander unabhängigen Märkten miteinander zu tun hätten und deshalb auf einem Markt ein Preiskrieg zur Abschreckung inszeniert werden könne, sagt Justus Haucap, Wettbewerbsökonom in Düsseldorf. In einem Land könnten dann „Nadelstiche“ gegen einen Kartellbrecher eingesetzt werden, bis der nachgebe. Auf dem Ölmarkt sei das ungleich schwieriger, da es sich um einen Weltmarkt handele, wodurch selektive Preissenkungen ausgeschlossen seien.

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