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Münzen : Vatikan-Euro ist bei Sammlern heißbegehrt

  • Aktualisiert am

Papst-Euros sind gefragt Bild:

Preissprünge bei den Euro-Münzen des Vatikan. Sammler bieten für die zu zwölf Euro aufgelegten Münzsätze inzwischen bis zu 800 Euro.

          Die Euro-Münzen des Vatikanstaates erweisen sich als Renner. Ein Satz von acht Münzen, der im März für zwölf Euro verkauft wurde, wird derzeit bei dem Internet-Auktionshaus EBay für mehr als 800 Euro gehandelt. Die Münzen der mit der Eurozone assoziierten Kleinstaaten Vatikanstaat, San Marino und Monaco sind aufgrund ihrer geringen Stückzahlen zu Liebhaberstücken geworden. Auf besonderes Interesse wird die für nächste Woche geplante Ausgabe von fünf Euro-Münzen des Heiligen Stuhls treffen, die speziell für Sammler gedacht ist.

          Die drei Kleinstaaten haben zusammen weniger als sechs Millionen Euro-Münzen im Umlauf. Verglichen mit den 51 Milliarden Münzen, die bei der Währungsumstellung im Januar eingeführt wurden, ist die Menge verschwindend gering. Das macht die Münzen für Sammler interessant.

          Landesspezifische Motive auf der Rückseite

          Im Gegensatz zu den einheitlich gestalteten Euro-Scheinen tragen die Münzen auf der Rückseite ein landesspezifisches Motiv. Auf den Vatikanmünzen findet sich ein von dem italienischen Künstler Guido Veroi gestaltetes Porträt von Papst Johannes Paul II. Der Vatikan hat die 69.000 Sätze der ersten Ausgabe, die einen Nennwert von jeweils 3,88 Euro haben, zum Preis von zwölf Euro verkauft. Obwohl die Abgabe auf zwei Sätze pro Person begrenzt wurde, waren die Münzen sofort ausverkauft. Seither hat sich der Wert der Münzen auf dem Sekundärmarkt vervielfacht.

          Der griechische Sammler Christos Apostolidis hat in der letzten Woche einen Satz, den sein finnischer Partner im März für weniger als 15 Euro erworben hat, über EBay für 700 Euro verkauft. "Ich kann nicht glauben, dass die Leute bereit sind, so viel zu zahlen. Das hat es noch nie gegeben", erklärte Apostolidis. "Ich habe gehört, dass für einige Vatikan-Sätze bis zu 1.300 Euro gezahlt wurden."

          Vatikan legt neue Sätze auf

          In der nächsten Woche will der Vatikan 9.000 neue Sätze ausgeben, von denen ein Teil allerdings bereits vorbestellt ist. Eine nicht genau bezifferte Anzahl soll am Dienstag im Vatikan zum Preis von 75 Euro in den Verkauf gehen. Jeder Satz besteht aus acht Euro-Münzen in der Qualität Polierte Platte. Dazu kommt noch eine Silbermedaille, die auf einer Seite das Jüngste Gericht von Michelangelo aus der Sixtinischen Kapelle zeigt. Auf der anderen Seite der Medaille ist das Wappen des Papstes abgebildet. Bei der Qualitätsstufe Polierte Platte handelt es sich um die höchste Qualität, die eine Münzanstalt produzieren kann, sie wird von Sammlern bevorzugt.

          Die neuen Sätze dürften auf dem Sammlermarkt noch höhere Preise erzielen als ihre Vorgänger. "Es sind schon Preise von 1.000 Euro für die neuen Sätze im Gespräch", berichtete Franco Brunetti, Sammler aus Italien. Ebenfalls am Dienstag will der Vatikan mit dem Verkauf von 10.000 silbernen Fünf-Euro-Münzen beginnen, die jeweils 37 Euro kosten sollen. Diese Münze ist für Sammler gedacht, da es keine Fünf-Euro-Münzen im Umlauf gibt und sie auf beiden Seiten vom Vatikan entworfene Abbildungen zeigt. Im Dezember sollen dann 10.000 silberne Zehn-Euro-Münzen ausgegeben werden und jeweils rund 2.500 goldene 20-Euro- und 50-Euro-Münzen.

          Münzen von Papst Johannes Paul II. sind der Renner

          Die Nachfrage nach den Vatikan-Euros wird teilweise von dem Neuheitswert von Münzen kleiner Stadtstaaten angetrieben, teilweise von religiöser Hingabe und der Anziehungskraft von Johannes Paul II. Der Führer der katholischen Kirche ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Amt, und seine angeschlagene Gesundheit hat die Nachfrage nach päpstlichen Souvenirs angeheizt. Daher verzeichnen die Vatikanmünzen nach Angaben von Sammlern eine stärkere Wertsteigerung als die Münzen der anderen beiden Kleinstaaten.

          Bei Auktionen von EBay wurden Münzsätze aus Monaco vor kurzem für 140 Euro verkauft, Münzsätze aus San Marino brachten 200 Euro. "Die Nachfrage nach Vatikan-Euros ist verrückt", beschrieb Gabriele Tonello von dem italienischen Briefmarken- und Münzhändler Bolaffi. "Eine vollständige Serie ist kaum zu haben. Der Wert der Sätze wird weiter steigen."

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