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Marktbericht : Der Goldpreis schießt nach oben

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Goldbarren Bild: dpa

Die Geldpolitik soll locker bleiben, heißt es aus der amerikanischen und der Europäischen Notenbank. Das treibt den Goldpreis weit in die Höhe.

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          30 Dollar an einem Tag - so wächst gerade der Preis des Goldes. Die Feinunze kostet am Donnerstag gegen Mittag rund 1280 Dollar, am Vortag waren es noch 1249 gewesen. Das ist eine Steigerung um mehr als drei Prozent.

          Dafür gibt es Gründe. Amerikas Notenbankpräsident Ben Bernanke hat angekündigt, die lockere Geldpolitik beizubehalten. Auch die Europäische Zentralbank hat in ihrem Monatsbericht bekräftigt, die Zinsen sollten weiter niedrig bleiben.

          Das hat auch die Aktienmärkte am Donnerstag im Aufwind gehalten. Bis zum Mittag kletterte der Dax um 1,13 Prozent auf 8.157,85 Punkte. In vier Gewinntagen liegt er damit seit dem vergangenen Freitag mit viereinhalb Prozent im Plus. Der M-Dax stieg am Donnerstag um 0,59 Prozent auf 14.021,47 Punkte, während der Tec-Dax um 1,08 Prozent auf 982,12 Punkte zulegte. Der F.A.Z.-Index stieg um 0,79 Prozent auf 1706,78 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx 50 zog nach einem Tag Verschnaufpause um 0,89 Prozent an auf 2.683,40 Punkte.

          Bernanke machte mit seinen Aussagen die leichte Verunsicherung vergessen, für die zuvor das Protokoll der jüngsten Sitzung der Notenbanker gesorgt hatte. Es zeigte, dass einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses einen baldigen Ausstieg aus der Geldschwemme als durchaus gerechtfertigt ansehen. Viele wollen allerdings erst weitere Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt sehen. Analysten von Barclays hielten die Euphorie mit Blick auf die Bernanke-Äußerungen jedoch für übertrieben - sie dürften nichts daran ändern, dass die Fed ihre Anleihekäufe im Laufe des Jahres einschränken werde. Die Anleger ließen sich in ihrer Kauflaune aber nicht beirren, auch nicht von einer eher schwachen Nachfrage bei einer Anleiheauktion im Krisenland Italien.

          Lanxess gleicht Verluste aus

          Im Dax gab es mit der Lufthansa und Henkel nur zwei Verlierer. Die Papiere der Fluggesellschaft hielt der weiter nach oben galoppierenden Ölpreis im Zaum. An der Spitze erholte sich derweil der Kurs von Lanxess um weitere 4,39 Prozent. Die Spezialchemietitel waren in den vergangenen dreißig Tagen gemeinsam mit Commerzbank-Anteilen die schwächsten im Leitindex und holten nun weiter auf.

          Die Aktien von Praktiker ragten im sehr freundlichen Markt mit einem Kurseinbruch von 67,57 Prozent umso deutlicher heraus. Die Baumarktkette steht vor dem Aus, nachdem Verhandlungen über weitere Finanzierungen der Sanierung gescheitert sind. Einzelne Gläubigergruppen hätten nicht zugestimmt, hieß es vom Unternehmen. Damit ist die Praktiker AG überschuldet und zahlungsunfähig. Für Börsianer sind die Sorgen vor der Zahlungsunfähigkeit zwar nicht neu, nun scheine das Ende aber Realität zu sein.

          Südzucker nach Zahlen schwach

          Nach Zahlen waren die Aktien von Südzucker im M-Dax schwach: Sie sackten zuletzt um 3,89 Prozent an das Indexende. Europas größter Zuckerproduzent konnte zwar im ersten Geschäftsquartal die Markterwartungen übertreffen, die Anleger straften aber den deutlichen Gewinnrückgang dennoch ab.

          Erfolgreich verlief im zweiten Anlauf der Börsengang von Deutsche Annington. Nachdem die Wohnungsgesellschaft den Preis der Aktie deutlich auf 16,50 Euro herabgesetzt hatte, starten die Papiere mit 17,10 Euro in den Handel und wurden zuletzt gar bei 17,30 Euro gehandelt. Insgesamt waren nun mit knapp 35 Millionen Aktien auch deutlich weniger Papiere angeboten worden als ursprünglich geplant - sie gingen zudem ausschließlich an große Investoren, Kleinanleger schauten in die Röhre.

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