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Manipulationsversuche : Devisenskandal beunruhigt Finanzaufsicht Bafin

Nicht nur wegen der Entlassung mehrerer Devisenhändler in London und New York haben die Aufsichtsbehörden die Deutsche Bank ins Visier genommen Bild: dpa

Viele Banken sollen den Devisenmarkt manipuliert haben. Laut der deutschen Finanzaufsicht Bafin werden bei deutschen Instituten schon Sonderprüfungen durchgeführt. Auch die Deutsche Bank ist ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten.

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          Die deutsche Finanzaufsicht Bafin ist besorgt über die Manipulationen am Devisenmarkt. Der Leiter der Bankenaufsicht, Raimund Röseler, bestätigte am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Bafin, dass es Manipulationsversuche gegeben habe. „Was wir sehen, ist nicht beruhigend“, sagte er. Die Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern untersuchen seit längerem Absprachen am Devisenmarkt, an dem täglich gut 5 Billionen Dollar umgesetzt werden.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mehrere Institute haben deshalb schon Dutzende von Händlern entlassen oder beurlaubt. Dazu zählt auch die Deutsche Bank, die in New York und London personelle Konsequenzen gezogen hat. Laut Röseler werden deshalb bei deutschen Instituten schon Sonderprüfungen durchgeführt. Namen nannte er nicht, aber die Deutsche Bank als führendes Haus im internationalen Devisenhandel ist davon wohl in erster Linie betroffen. Die Manipulationen am Devisenmarkt hätten sich nach den bisherigen Erkenntnissen nicht auf große Währungen bezogen wie Euro oder Dollar. Doch berichtete Röseler nicht nur von kleineren Währungen, sondern auch von „nicht ganz so kleinen“. Darunter versteht er zum Beispiel den mexikanischen Peso. Die Zusammenarbeit mit den Banken laufe gut. Röseler sprach von einer hohen Kooperationsbereitschaft der Institute, die daran interessiert seien, die Altlasten zu bereinigen.

          Auch Vertraute aus Anshu Jains Zeit im Investmentbanking sind im Blickpunkt der Behörden

          Ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten ist die Deutsche Bank. Sie hatte im Frühjahr drei Devisenhändler in New York entlassen, bei denen Auffälligkeiten mit dem argentinischen und mexikanischen Peso festgestellt wurden. In London wurde eine Händlerin suspendiert, die für das Geschäft mit Notenbanken zuständig war. Doch nicht nur der Devisenskandal ist derzeit Gegenstand einer Sonderprüfung durch die Finanzaufsicht. Auch die Absprachen von Interbankenzinsen wie etwa den Libor oder Euribor werden von der Bafin schon seit Sommer 2012 in der Deutschen Bank untersucht. Die noch laufende Sonderprüfung will Röseler in den kommenden Monaten abschließen. Dabei geht es auch um die interne Verantwortung und die Kontrollen. In den Blickpunkt sollen auch Vertraute des heutigen Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain geraten sein. Jain hatte bis Juni 2012 das Investmentbanking verantwortet. Die Vorgänge fallen in diesen Bereich.

          Die nun von der Deutschen Bank angekündigte Kapitalerhöhung über 8 Milliarden Euro, mit dem vor allem das Investmentbanking gestärkt werden soll, wurde von der Bafin-Präsidentin Elke König indirekt begrüßt. Mit Blick auf die Bilanzprüfung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die anschließenden Stresstests sagte sie, dass gegenwärtig ein gutes Marktumfeld herrsche und Banken solche Gelegenheiten nutzen sollten. Röseler fügte zur Deutschen Bank hinzu: „Wir haben keinen Druck ausgeübt.“

          Deutschlands größte Bank stieß am Dienstag mit der Emission einer neuen Bankanleihe auf eine überraschend große Nachfrage. Sie hat sich auf 25 Milliarden Euro belaufen. Der Titel, der bei Unterschreiten eines bestimmten Kapitalniveaus abgeschrieben wird, wurde von internationalen Investoren im Volumen von 3,5 Milliarden Euro gezeichnet. Dabei gab es Tranchen in Euro, Dollar und Pfund. Ursprünglich waren für die Debütemission nur 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. In der Bank wird die hohe Nachfrage als ermutigendes Signal für die bevorstehende Plazierung von 300 Millionen Aktien gesehen.

          Die Deutsche Bank ist das erste Institut mit „Coco Bonds“

          Die Deutsche Bank ist hierzulande das erste Institut, das eine solche Anleihe begeben hat. Dieser Anleihetyp wird am Finanzmarkt als „Coco Bond“ bezeichnet und dient als Zusatzkapital zur Erfüllung bestimmter aufsichtsrechtlicher Quoten. Diese Titel können zum Eigenkapital hinzugezählt werden, wenn es ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt werden soll. Diese Leverage Ratio soll nach den neuen Regeln bei 3 Prozent liegen. Die Deutsche Bank strebt nach der Kapitalerhöhung 3,5 Prozent an. Bis Ende 2015 will die Bank weitere „Coco Bonds“ über 1,5 Milliarden Euro begeben.

          König betrachtet diese Anleihen als Anlage für Banken oder Versicherer skeptisch. Ihrer Ansicht nach wäre dann ein Kapitalabzug nötig. Für Privatanleger seien sie zu komplex. Laut König verhalten sich deutsche Banken beim Angebot dieser Titel sehr verantwortungsbewusst.

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