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Japan : Interventionen bremsen die Yen-Aufwertung

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So schnell kann es gehen. Rund 26 Stunden, nachdem der Yen in dünnem Übergangshandel zwischen amerikanischer und asiatischer Zeitzone massiv aufgewertet hatte, intervenierten die Zentralbanken der G7-Staaten und hielten dagegen.

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          So schnell kann es gehen. Rund 26 Stunden, nachdem der Yen in dünnem Übergangshandel zwischen amerikanischer und asiatischer Zeitzone massiv aufgewertet hatte, intervenierten die Zentralbanken der G7-Staaten in einem ähnlichen Marktumfeld und verkauften die japanische Währung koordiniert. Die kurzfristigen Folgen sind beachtlich, werden die Kursgewinne des Yen des Vortages doch wieder in etwa wett gemacht.

          Zum Dollar gibt der Kurs der japanischen Währung am Freitag um 3,2 Prozent auf 81,60 Yen nach, zum Euro büßte er 3,6 Prozent auf 114,90 Yen ein. Im Verhältnis zu den Währungen Norwegens, Neuseelands und Australiens fallen die kurzfristigen Kursverluste sogar noch etwas deutlicher aus, nachdem der Yen am Donnerstag gegen sie deutlicher zugelegt hatte.

          Märkte sollen „stabilisiert werden“

          Die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G-7) hatten vereinbart, zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wieder gemeinsam gegen die Aufwertung des Yen vorzugehen. „Es ist von großer Bedeutung, dass die G-7-Führungen sich in einer für Japan schwierigen Lage geeinigt haben, gemeinsam zu handeln, um die Märkte zu stabilisieren“, sagte Japans Finanzminister Yoshihiko Noda am Freitag im Anschluss an eine G-7-Telefonkonferenz.

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          Händlern zufolge hatte die japanische Zentralbank bereits am Freitag am Devisenmarkt eingegriffen, um die eigene Währung gegen amerikanische Dollar zu verkaufen. Dabei seien im asiatischen Handel rund zwei Billionen Yen verkauft worden. In der Folge der Intervention hat der Yen gegenüber dem Dollar deutlich abgewertet. Das Finanzministerium hat keine Obergrenze für das mögliche Volumen der Interventionen beschlossen, wie aus mit der Materie vertrauten Kreisen verlautete. Auch werde kein bestimmter Kurs angestrebt. In einem G-7-Statement im Anschluss an die Telefonkonferenz war die Solidarität mit Japan in diesen schwierigen Zeiten zum Ausdruck gebracht worden und die Bereitschaft zu jeder erforderlichen Kooperation angekündigt worden.

          Ob solchen Äußerungen entsprechende Taten folgen werden und ob sie am Markt tatsächlich etwas bewirken werden, wird die Zukunft zeigen müssen. Skeptiker halten Interventionen dieser Art langfristig für wirkungslos. Sie stellten sogar eine Gelegenheit dar, um den Yen zu günstigen Konditionen erwerben und Restbestände von Yen-Shortpositionen aus der Vergangenheit abbauen zu können, erklären sie. Starke Zinsdifferenzen hatten bis zur Wirtschafts- und Finanzkrise zu einem massiven, unregulierten Yen-Refinanzierungsboom und zu einer einseitigen Positionierung des Marktes geführt.

          Sind Interventionen überhaupt wirkungsvoll?

          Interventionen dieser Art seien nichts anderes, als die Fortsetzung der sehr expansiven, manipulativen Strategien der Zentralbanken, erklären andere. Sie sollten den Risikoappetit der Anleger hoch halten und einen starken Kurs- und Preisrückgang an den Börsen und an den Rohstoffmärkten verhindern. Aus diesem Grund setzen sie weiterhin auf steigende Aktienkurse und auf hohe Energie- und Rohstoffpreise. Immerhin werde die Preisentwicklung in diesem Bereich zusätzlich durch geopolitische Probleme und Überlegungen beeinflusst, bei der Energieversorgung der Zukunft nicht mehr so stark auf Kernkraft zu setzen, wie in der Vergangenheit geplant. Solche Entscheidungen beflügelten die Nachfrage nach anderen Energiearten.

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