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Investoren : Gold-Nachfrage auf Rekordhoch

Auch Goldbarren sind etwas beliebter geworden. Bild: dpa

Die lockere Geldpolitik treibt Investoren dazu, Gold zu kaufen. Die Nachfrage ist noch größer als in der Finanzkrise.

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          Die Nachfrage nach Gold hat weltweit in der erste Hälfte dieses Jahres einen neuen Rekord erreicht. Wie das World Gold Council, ein Verband der Goldminenbranche mit Sitz in London, mitteilte, haben Investoren in den Monaten Januar bis Juni so viel von dem Edelmetall gekauft wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Die Nachfrage habe bei 1064 Tonnen gelegen. Das übertraf den Angaben zufolge sogar die Zahlen aus der Zeit der Finanzkrise. Es waren zudem stolze 16 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2009, als die Anleger aus Angst vor einem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems scharenweise in Gold als sichere Anlagen flüchteten.

          Gold

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          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die ungewöhnlich hohe Nachfrage nach Gold war den Angaben zufolge insbesondere auf die lockere Geldpolitik wichtiger Notenbanken zurückzuführen. Niedrig- und Negativzinsen hätten die Geldanlage in zinslose Sachwerte wie Gold attraktiver gemacht. Hinzu kämen wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, etwa wegen des Brexit-Votums, der Schwierigkeiten der Banken, nicht nur in Italien, die instabile Lage im Nahen Osten und der Terrorismus. Auch die Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed, bei der Erhöhung der Leitzinsen langsamer vorzugehen als ursprünglich geplant, dürfte das zinslose Gold attraktiver gemacht haben.

          Nicht alle Formen der Goldanlage profitierten gleichermaßen vom neuen Gold-Boom. Den größten Anteil steckten Anleger laut World Gold Council in börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) auf Gold. Über ETF und ähnliche Finanzprodukte wurden im ersten Halbjahr 2016 weltweit rund 580 Tonnen Gold gekauft. Auch die Nachfrage nach physischem Gold in Form von Baren und Münzen legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum auch zu, allerdings nicht in einer vergleichbaren Größenordnung. Die Nachfrage nach Goldschmuck war nicht besonders stark, wohl wegen der höheren Preise. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kostete am Freitag rund 1350 Dollar. Zum Jahresbeginn hatte der Preis noch unter 1075 Dollar gelegen.

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