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Investieren in Fremdwährungen : Mit anderen Währungen aus dem Euro-Dilemma

Kanadische Dollar, norwegische Kronen oder thailändische Baht bieten Anlegern Alternativen zum Euro. Bild: Eilmes, Wolfgang

Deutsche Staatsanleihen werfen Renditen von weniger als 2 Prozent ab. Mit mexikanischen Peso, australischen Dollar oder türkischen Lire können Anleger höhere Zinsen und Währungsgewinne erzielen.

          Die Zinsen in den alten Industrieländern sind extrem niedrig. Deshalb investieren viele Anleger nicht mehr nur in Dollar-, Euro- und Yen-Anleihen. Sie blicken über den Tellerrand und wagen sich an Anlagen in türkischer Lira, mexikanischem Peso, australischem Dollar und anderen Währungen, die vor kurzem noch als Exoten galten. Damit lassen sich oft deutlich höhere Zinsen erzielen. Organisationen mit hoher Bonität wie die Weltbank oder die KfW-Bankengruppe bieten zahlreiche Fremdwährungsanleihen an. Statt weniger als 2 Prozent in Euro können Anleger mit einer Weltbank-Anleihe in mexikanischen Peso fällig im März 2020 rund 4 Rendite im Jahr erwarten. Mit einer bis Januar 2017 laufenden KfW-Anleihe in türkischer Lira lassen sich sogar bis zur Fälligkeit rund 6,5 Prozent Jahresrendite einstreichen.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings gehen Anleger auch ein neues Risiko ein. Die Fremdwährung, in der die Zinsen und die Rückzahlung der Anleihe erfolgten, kann abwerten. Sie kann aber auch aufwerten, und dann freut sich der Anleger doppelt: über höhere Zinsen und einen Gewinn mit der Währung. Wir stellen neun Währungen mit Aufwertungspotential vor. Darunter sind auch der Singapur-Dollar, die norwegische und die schwedische Krone. Mit ihnen lassen sich nicht unbedingt hohe Zinserträge erzielen. Aber die Anleger können sich vor einem Wertverlust des Euro schützen. Schließlich hat der Euro seit Jahresanfang zu fast allen Währungen abgewertet. Auch die anderen großen Leitwährungen Dollar und Yen und ebenso das Pfund stehen auf keinem soliden Fundament, im Gegenteil: Die oft hochverschuldeten Industriestaaten haben ein besonderes Interesse daran, wenig Zinsen zu zahlen. Daher bedrängen sie die Notenbanken, die Zinsen niedrig zu halten. Selbst eigentlich staatlich unabhängige Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) gehen darauf ein: Sie werden nicht nur den Leitzins noch lange stabil auf niedrigstem Niveau halten; zusätzlich kaufen sie Staatsanleihen auf, um die Renditen auch bei längeren Laufzeiten niedrig zu halten. Damit locken sie weniger internationale Anleger an und drücken tendenziell ihre Währung.

          Wenn die Anzeichen nicht trügen, werden die Käufe von Staatsanleihen durch westliche Notenbanken in diesem Herbst noch ausgeweitet: In Amerika ist ein drittes Ankaufsprogramm durch die Notenbank Federal Reserve (“QE3“) zumindest angedacht. In Europa hat EZB-Präsident Mario Draghi Erwartungen geschürt, dass er womöglich schon am 6. September während seiner nächsten Pressekonferenz darlegen könnte, unter welchen Bedingungen die EZB wieder südeuropäische Staatsanleihen kaufen will, um die Zinsen Spaniens und Italiens zu drücken. Wahrscheinlicher ist zwar, dass Draghi zunächst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Staatenrettungsfonds ESM abwarten wird, aber die Entscheidung, weitere Staatsanleihen zu kaufen, dürfte danach schnell fallen. Und auch von der Bank of England wird im November erwartet, dass sie zusätzliches Geld für Staatsanleihekäufe bereitstellt. Dabei besitzt sie schon heute 36 Prozent aller britischen Staatsanleihen.

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