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Wunschmotive auf Edelmetallen : Du bist ein echtes Goldstück

Gold von Degussa: Die Plattform ist auf dem Markt derzeit konkurrenzlos. Bild: Degussa

Wer seinen eigenen Namen auf dem Nutella-Glas haben will, kauft vielleicht auch selbst gestaltete Goldstücke. Jedenfalls hat sich der Goldhändler Degussa überlegt, wie er solche Wünsche erfüllen kann.

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          Individualität ist gefragt. Dies gilt für viele Lebensbereiche und selbst für ganz Alltägliches wie den nussigen Brotaufstrich zum Frühstück mit dem eigenen Etikett oder den individuellen Sportschuh für das Lauftraining am Abend. Daher verwundert es kaum, dass immer mehr Menschen gerade bei edleren Dingen ebenfalls Wert auf das Besondere legen. Schmuck oder Trauringe kommen öfter von einem Goldschmied oder werden mit dessen Hilfe sogar eigenhändig erschaffen. Aber auch Münzen aus Gold oder Silber können vergleichsweise einfach nach eigenen Ideen gestaltet werden.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Eine Möglichkeit, Wunschmotive auf Medaillen, Barren oder andere Gold- und Silberprodukte prägen zu lassen, bietet die Degussa Goldhandel GmbH. Vor rund einem Jahr hat der Edelmetallhändler hierfür unter www.degussa-crowdfunding.de eine Ideenplattform im Internet ins Leben gerufen. Sie richtet sich an Einzelpersonen, Gruppen, aber auch an Unternehmen, Vereine und Organisationen.

          Man könne zum Beispiel anlässlich eines Jubiläums Medaillen mit dem eigenen Logo versehen, wirbt Degussa. Vorstellbar seien auch Hochzeitsmünzen als besondere Geschenke oder bestimmte architektonische, sportliche oder von Hobbys beeinflusste Prägungen. Die Rechte an den Wunschmotiven müssen natürlich geklärt sein.

          Je mehr Kunden mitmachen, desto günstiger für alle Beteiligten

          Die Idee dahinter: Die einzelnen Projekte werden durch eine gemeinsame Finanzierung mit anderen Interessenten realisiert – das Crowdfunding-Prinzip. Denn Individualität und kleine Mengen sind in der Herstellung grundsätzlich teurer als klassische Waren von der Stange. Das gilt auch für die individuellen Sportschuhe von Nike oder Adiletten von Adidas. Doch Unternehmen wissen, wie wichtig es für viele Kunden ist, sich von der Masse abzuheben.

          Einige haben sich deswegen mit entsprechenden Angeboten darauf eingestellt. Zuweilen kommen auch Baukastensysteme zum Einsatz wie für die Apple Watch oder den Mini. Sie machen das einzelne Produkt zumindest etwas individueller. Bei Degussa gilt: Je mehr Kunden mitmachen und je mehr Münzen oder Medaillen also geprägt werden, desto günstiger wird es für alle Beteiligten. Denn die Kosten für die Produktion verteilen sich auf alle Käufer.

          Wie funktioniert das im Detail? Interessenten könnten ihre Wünsche und Ideen in Form von Skizzen, Zeichnungen oder Fotos über die genannte Internetseite einsenden, sagt Oliver Heuschuch, Leiter des Edelmetallhandels von Degussa. Fachleute des Unternehmens prüften anschließend die Realisierbarkeit und kalkulierten unter Berücksichtigung der vom Nutzer erwarteten Absatzmenge einen Preis. Ist der Kunde damit einverstanden, dann wird die neue Produktidee auf der Internetseite vorgestellt – inklusive des Betrages, der in einem bestimmten Zeitraum eingesammelt werden muss. Über die Zeitspanne entscheide der Kunde selbst. Gut seien in der Regel rund vier Wochen, wobei man den Kunden berate, welche Frist im Einzelfall sinnvoll sei, sagt Heuschuch.

          Gold al gusto

          Ein solches Projekt klappt freilich nicht immer. Denn nur wenn es genug Vorbestellungen gibt und die festgelegte Summe für die Produktion erreicht ist, geht es tatsächlich los. Die Unterstützer erhalten das Wunschprodukt rund drei Wochen später. „Klappt es einmal nicht, dann bekommt jeder sein Geld ohne Abzüge zurück“, sagt Heuschuch. Manchmal übertreffe das Interesse auch die Erwartungen, was für alle Beteiligten positiv sei. So könne der Preis für eine 1-Unze-Feinsilbermünze durch Mengenrabatte von 100 auf 30 Euro fallen, wenn sich statt der geplanten 50 deutlich mehr Abnehmer fänden.

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