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Im Gespräch: John Taylor, FX-Concepts : „Die Schuldenkrise Europas ist nicht gelöst“

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John Taylor Bild: Privat

Die Eurozone wird auseinanderbrechen, wenn sie nicht auf „deutschen Standard“ gebracht wird, erklärt John Taylor, Vorstandsvorstzender des Währungsspezialisten FX-Concepts. Wegen der Schuldenkrise werde der Euro im kommenden Jahr gegen den Dollar nachgeben.

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          John Taylor verwaltet mit seinem Unternehmen FX-Concepts Währungsportfolios im Wert von etwas mehr als acht Milliarden Dollar für Pensions- und Staatsfonds. Die Rendite des „Flagship-Fonds“, des Global Currency Programs, liegt in diesem Jahr bisher bei 17 Prozent.

          Taylor rechnet im kommenden Jahr mit einer Rezessionen in den Vereinigten Staaten. Wegen der Schuldenkrise in Europa werde der Euro im kommenden Jahr trotzdem gegen den Dollar nachgeben.

          Wie würden Sie die Lage an den Finanzmärkten beschreiben?

          Die Märkte reagierten geradezu euphorisch auf die Wahlen in den Vereinigten Staaten und die Mitteilung der amerikanischen Zentralbank, neues Geld zu drucken. Die Anleger wurden förmlich dazu gedrängt, Champagner zu schlürfen. Der Frenetismus wird aber nicht dauerhaft sein.

          Wieso nicht?

          Zunächst wurden die Märkte etwas überrascht nach dem Motto „Oh mein Gott, sie warfen wirklich die Druckerpresse noch einmal an“. Auf der anderen Seite ist der Sieg der Republikaner in den Zwischenwahlen in meinen Augen negativ, auch wenn er von vielen der tendenziell konservativen Anlegern zunächst einmal anders gesehen wird.

          Mit welcher Begründung?

          Die Vereinigten Staaten werden ähnlich wie die südeuropäischen Staaten und Großbritannien fiskalpolitisch zur Sparsamkeit gezwungen werden. Die wird im kommenden Jahr das Wirtschaftswachstum belasten und das Land in eine Rezession zurückwerfen. Davon gehen wir schon seit Mai aus, als die Griechenlandkrise „gelöst“ wurde.

          Die Renditeaufschläge in Europa steigen wieder. Es sieht also so aus, als ob die Schuldenkrise in Europa noch nicht vorbei wäre.

          Sie ist mit Sicherheit noch nicht vorbei, sondern sie wird noch tiefer werden. Sie wird letztlich entweder zum Auseinanderbrechen des Eurozone oder zu ihrer völligen Restrukturierung führen müssen. Wenn Italien und Spanien sie beispielsweise nicht verlassen, werden sie in den kommenden Jahren in Schwierigkeiten geraten.

          So etwas erklären seltsamerweise meistens nur Amerikaner oder Briten ...

          Mag sein. Aber ich habe meine Doktorarbeit über die Politik in Europa gemacht und schon damals den Eindruck gewonnen, manche politischen Systeme des Kontinentes seien - im Gegensatz zu jenen in England oder Deutschland etwa - nicht darauf ausgelegt, zu Wirtschaftswachstum zu führen. Aus diesem Grund wird das Gebilde irgendwann auseinanderbrechen. Es sei denn, Deutschland bindet sich an diese untergehenden Staaten.

          Was müsste sich ändern, um Ihre Einschätzung zu verändern?

          Schwer zu sagen. Ich weiß, dass der politische Wille riesig ist. Sofern die nordeuropäischen Staaten - vor allem Deutschland - die südeuropäischen Staaten mit Regeln, Strukturen und letztlich auch mit Geldspenden unterstützten, wäre eine Lösung denkbar. Möglicherweise aber werden die politischen Führungsriegen durch europäische Äquivalente der amerikanischen „Tea-Party-Bewegungen“ erschüttert.

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