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Im Gespräch: Jim Rogers : „Der Goldpreis wird auf 2000 Dollar steigen“

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Jim Rogers setzt weiterhin auf Gold Bild: Bertram Solcher

Der legendäre Investor Jim Rogers setzt auf steigende Rohstoffpreise. Mit Alexander Armbruster hat er über Gold und Silber, die chinesische Wechselkurspolitik und den Bedeutungsverlust des Dollar gesprochen - und darüber, warum er mit seiner Familie nach Singapur gezogen ist.

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          Jim Rogers genießt an den Finanzmärkten Legendenstatus. Im Jahr 1970 gründete er zusammen mit George Soros den Quantum Fund, den er 1980 verlies. Er war Finanzprofessor und ist Autor mehrerer erfolgreicher Bücher, eines davon beschreibt eine Reise mit dem Motorrad um die Welt, für die er ins Guiness Buch der Rekorde eingetragen wurde. Rogers ist ausgewiesener Rohstoffexperte und setzt auch im aktuellen Umfeld auf diesen Bereich.

          Als einen Grund dafür nennt der 1942 geborene Rogers die Geldpolitik insbesondere der Vereinigten Staaten, wo die Notenbank möglicherweise im November ein zweites Programm auflegt, um amerikanische Staatsanleihen zu kaufen und so neues Geld in Umlauf zu bringen. Rogers hat nun eine Wette auf fallende Kurse von amerikanischen Staatsanleihen abgeschlossen. Er glaubt daran, dass der Dollar langfristig als Weltreservewährung abgelöst wird. Und er erwartet, dass Gold und vor allem Silber in den kommenden zehn Jahren noch deutlich teurer werden.

          Herr Rogers, die amerikanische Notenbank könnte im November zum zweiten Mal ein Programm auflegen, um Staatsanleihen zu kaufen - die Marktteilnehmer schauen darauf momentan wie auf kein anderes Ereignis. Ist jetzt der richtige Moment, um den Markt für amerikanische Staatsanleihen zu verlassen?

          Ich habe in geringem Umfang angefangen, diesen Markt zu shorten, also auf fallende Kurse zu setzen. Ob das richtig ist, können Sie mich in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr fragen.

          Hilft denn ein weiteres Anleihekaufprogramm der Notenbank aus Ihrer Sicht überhaupt, um die Wirtschaft anzukurbeln und die hohe Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten zu verringern?

          Diese Maßnahmen haben bisher nicht geholfen, und sie werden auch in Zukunft nicht helfen. So etwas hat während der vergangenen zwanzig Jahre schon in Japan nicht funktioniert und in Großbritannien ebenfalls nicht.

          Was sollte die amerikanische Regierung sonst tun?
          Nichts, außer Steuern senken und Schulden verringern. Wer bankrott ist, muss auch bankrott gehen. Nur so kann sich das System bereinigen. Wir haben mindestens zwanzig Jahre aberwitzige Übertreibungen an den amerikanischen Kreditmärkten erlebt. Die Folgen können wir nicht innerhalb von zwei Jahren reparieren und hoffen, dass dann schon wieder alles in Ordnung ist. Wir müssen einige Zeit Schmerzen aushalten, das System muss die Fehler liquidieren und dann noch einmal von vorne anfangen. Um es noch einmal zu betonen: Die Vorstellung, dass zwanzig Jahre aberwitzige Ausschweifungen keinen Preis haben, ist lächerlich.

          Wird die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten auf absehbare Zeit sinken?

          Wenn sich die Wirtschaft erholt, dann schon. Die Frage ist, ob sie das tut. Ich denke, dass sich die Entwicklung wahrscheinlich in zwei Jahren eher wieder verschlechtern wird. Die Vereinigten Staaten erleben ungefähr alle 4 bis 6 Jahre eine wirtschaftliche Abkühlung und dieses seit zwei- bis dreihundert Jahren. In den Jahren 2012 oder 2013 wird eine weitere Abkühlung überfällig sein.

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