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Handelspolitik : Indien verteuert Einfuhr von Gold

Soll durch den steigenden Einfuhrzoll geschützt werden: Ein Goldschmied im ostindischen Guwahati Bild: AP

Die indische Zentralbank erhöht den Einfuhrzoll für Goldschmuck abermals - diesmal auf 15 Prozent. Das Land möchte sein Leistungsbilanzdefizit verringern und heimische Juweliere schützen.

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          Vor Beginn der Heiratssaison in Indien verteuert der Staat den Import von Gold weiter. Am Dienstag erhöhte die Zentralbank den Einfuhrzoll für Goldschmuck auf 15 Prozent. Damit wird nicht nur der Import gedämpft. Zugleich wollen die Behörden die heimischen Juweliere schützen. Denn schon zuvor hatte die Zentralbank dreimal den Zoll für die Goldeinfuhr auf zuletzt 10 Prozent heraufgeschraubt. Indien versucht damit, sein Leistungsbilanzdefizit zu verringern.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Es beträgt 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens. Gold ist der größte Einfuhrposten unter denjenigen Gütern, die, anders als Bodenschätze, für den Staat nicht lebenswichtig sind. Die höheren Zölle dürften zu einem deutlich geringeren offiziellen Import, aber einem rasch steigenden Schmuggel führen, erwarten Händler.

          In der zweiten Jahreshälfte könnte Indien nur noch 150 Tonnen Gold im Ausland kaufen, nach 478 Tonnen im vergangenen Jahr. Bislang stand der Subkontinent für etwa ein Fünftel der gesamten Nachfrage auf dem Weltmarkt. Der hohe Zoll auf Goldschmuck richtet sich nun besonders gegen Herkunftsländer wie Singapur, Thailand oder Malaysia, um die indische Schmuckindustrie mit ihrem immer teureren Rohstoff konkurrenzfähig zu halten.

          Zugleich verschärfte die Zentralbank auch die Regeln, nach denen Gold als Hinterlegung für Kredite angenommen wird. Zwar bleibt der verlangte Gegenwert bei 60 Prozent der Ausleihung. Doch wird das eingereichte Gold künftig mit dem Durchschnittspreis für 22 Karat in den vergangenen 30 Tagen bewertet. Bislang oblag die Bewertung dem Ermessen des Gläubigers. Auch brauchen Geldverleiher, die gegen Gold ausleihen, eine Genehmigung der Zentralbank.

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