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Handel ausgesetzt : Bitcoin-Börse Mt. Gox macht nach Diebstahl dicht

Höchst volatil: Die Internetwährung Bitcoin. Bild: REUTERS

Mt. Gox, eine der ersten Plattformen für den Handel mit Bitcoin, ist aus dem Internet verschwunden. Die Bitcoin-Börse will laut Medienberichten Insolvenz anmelden, nachdem sie hunderttausende Bitcoins durch Betrug verloren hat.

          Die bekannte Bitcoin-Börse Mt. Gox, die seit Monaten mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen hat, ist in der Nacht zum Dienstag offline gegangen. Zuvor hatten sich Industrievertreter von der in Tokio beheimateten Firma distanziert, um das Image und den Wert der virtuellen Währung zu verteidigen. Die Internetseite des Unternehmens lässt sich nicht mehr aufrufen. Schon vor zwei Wochen wurde der Handel mit der Internetwährung auf der Plattform ausgesetzt.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wie die New York Times berichtete, hatten eine Reihe von führenden Bitcoin-Unternehmen in der Nacht zum Dienstag gemeinsam bekanntgegeben, dass die größte Tauschbörse für Bitcoins, Mt. Gox, nach monatelangen technischen Problemen nun einen Insolvenzantrag stellen wolle. Der Grund sei ein Bitcoin-Diebstahl mit enormen Ausmaßen.

          In einem Dokument, das in der Bitcoin-Welt zirkuliert, sagte das Unternehmen, dass es 744.000 Bitcoins durch Betrug verloren habe. Das entspricht 6 Prozent der weltweit in Umlauf befindlichen Bitcoins. Der Bitcoin-Klau dauere schon seit Jahren unbemerkt an. Mt. Gox habe einen Fehler identifiziert, durch den Benutzer die gleichen Bitcoins mehrmals abheben können. Dieser Fehler macht das System anfällig für Hacker.

          Mt. Gox wollte sich zu den Vorfällen nicht äußern. Die Nachricht ließ den Kurs des Bitcoin um 11 Prozent nach unten sacken. Der Preis der digitalen Währung fiel laut CoinDesk Bitcoin Price Index zum ersten Mal seit November unter die Marke von 500 Dollar. Noch Ende November 2013 lag der Wert eines Bitcoin bei mehr als 1200 Dollar.

          Andere Bitcoin-Unternehmen versuchen nun, die Anleger in die virtuelle Währung zu besänftigen: „Wir können zwar nicht kommentieren, ob Mt. Gox sich in Bezug auf ihre Geschäftspraktiken immer angemessen verhalten hat, aber wir können der Öffentlichkeit versichern, dass der Handel mit Bitcoins gut funktioniert“, sagte der Interessenverband gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Weiter hieß es: „Der Vertrauensverlust der Nutzer durch Mt. Gox ergibt sich aus den Handlungen nur eines Unternehmens und sagt wenig über die Vertrauenswürdigkeit oder den Wert des Bitcoin als solchen aus.“ Der Vorfall wirft ein weiteres Mal die Frage auf, wie es mit der Zukunft des höchst volatilen Bitcoin-Marktes bestellt ist.

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