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Verkaufsstart : Große Nachfrage nach der neuen 5-Euro-Münze

Schlangestehen für die neue 5-Euro-Münze: hier in der Bundesbank in Frankfurt Bild: Reuters

Ihre technische Entwicklung dauerte acht Jahre, jetzt sorgt sie für Schlangen vor den Bundesbankfilialen: Die neue 5-Euro-Münze ist da – die Nachfrage könnte bald das Angebot übersteigen.

          „Mit einem solchen Hype hätten wir nicht gerechnet, wir sind ganz beglückt“, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium. Der Verkauf der neuen 5-Euro-Münze „Planet Erde“ mit integriertem blauem Kunststoffring hat am Donnerstag begonnen – und die Nachfrage ist hoch. Vor einigen Filialen der Bundesbank bildeten sich Schlangen von Kaufinteressenten. Als eine „Weltneuheit“ wurde die 9 Gramm schwere Münze wegen des bläulichen Polymer-Rings angekündigt. Hält man die Münze gegen das Licht, leuchtet der Ring in kräftigem Kobaltblau.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Offenbar trifft dies das Interesse weiter Kreise, nicht nur der eingefleischten Münzsammler. 2,25 Millionen Exemplare werden geprägt, etwa eine Million mehr als bei Silbergedenkmünzen sonst üblich. Dennoch könnte die Nachfrage das Angebot übersteigen. Die Ausgabe der Planet-Münze in Stempelglanz-Prägequalität werde auf ein Exemplar je Person und Tag limitiert, teilte die Bundesbank mit – und hat vielleicht gerade mit diesem Hinweis Nachfrage und Neugier angeheizt.

          Nur in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel

          In den 35 Bundesbankfilialen kann die Münze seit Donnerstag zum Nennwert von 5 Euro erworben werden. Private Banken haben sie ebenfalls geordert. Die Sparkassen verkaufen sie von Montag an, teilte der Verband mit. Münzhandelsgesellschaften sind schon auf den Zug aufgesprungen: Am Donnerstag waren im Internet Angebote zum Preis von 10 Euro zu sehen – für die Münze und zusätzlich eine Armbanduhr in „Planet Erde“-Optik.

          Das 5-Euro-Stück gilt als gesetzliches Zahlungsmittel, jedoch nur in Deutschland. Anders als die 10- oder 20-Euro-Sammlermünzen ist die Planet-Münze nicht aus Silber, sondern aus unedlem Metall, nämlich Kupfer-Nickel-Legierung. Das erhöht für das ausgebende Bundesfinanzministerium den Prägegewinn – die Differenz zwischen Ausgabekurs und den Herstellungskosten.

          Die Münze zeigt auf der Vorderseite den Planeten Erde mit abstrahierten Kontinenten und außen andere Planeten und Gestirne. Der blaue Kunststoffring stehe für „die Verbindung von Erde und Kosmos“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesbank. Auf der Rückseite ist wie bei allen deutschen Sammlermünzen der Bundesadler zu sehen. In zwei Prägequalitäten, dem von Sammlern begehrten Stempelglanz und dem weniger feinen Spiegelglanz, ist die Münze erhältlich. Die technische Entwicklung der Münze hat angeblich acht Jahre lang gedauert, wegen des integrierten Kunststoffrings gilt sie als besonders fälschungssicher.

          Der Verkauf von Sammlermünzen und die Ausgabe der ganz normalen Euro- und Cent-Münzen beschert dem Bundesfinanzministerium alljährlich einen Gewinn von etwa 300 Millionen Euro – da die Herstellungskosten unter dem Nominalwert liegen. Wie viel die Herstellung der Planet-Münze kostet, will das Berliner Ministerium nicht verraten – dies betreffe „vertrauliche Daten mit marktrelevantem Charakter“.

          Die 5-Euro-Münze: „Weltneuheit“ mit blauem Ring

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