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Goldreserven der Bundesbank : Das deutsche Gold kommt nach Hause

Bild: dpa

Die Bundesbank hat mit der Verlagerung ihrer Reserven zurück nach Deutschland begonnen. Zum Teil wird es dafür sogar eingeschmolzen.

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          Die ersten Barren sind wieder zurück in Deutschland: 32 Tonnen Gold aus Paris und fünf weitere aus New York sind diese Woche bei der Bundesbank eingetroffen. Die Rückholaktion ist nur der erste Schritt eines neuen Lagerkonzepts für die Devisenreserven der Bundesbank. Es sieht vor, bis in das Jahr 2020 weitere 300 Tonnen Gold aus New York sowie 374 Tonnen aus Paris nach Frankfurt zu holen. In Paris wird dann gar kein deutsches Gold mehr vorgehalten. Wie genau die Transporte ablaufen, hält die Bundesbank geheim. Insgesamt hält die Bundesbank knapp 3390 Tonnen Gold. Bis ins Jahr 2020 soll die Hälfte davon nach Deutschland zurückgezogen sein.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wozu braucht die Bundesbank überhaupt so viel Gold? Grundsätzlich sollen mit dem Edelmetall die Währungsreserven diversifiziert werden. Anstatt nur Euro zu halten, setzt die Bundesbank unter anderem auf Gold sowie den Dollar, Yen und andere Währungen, um die Risiken besser zu verteilen. Einerseits dient es zur Vertrauensbildung. Gold ist eine Art Weltwährung und kann daher in fast allen Ländern in andere Währungen umgetauscht werden. Deshalb lagert die Hälfte des deutschen Goldes auch im Ausland. Im Notfall soll es so möglich sein, binnen kürzester Zeit das eigene Edelmetall gegen Fremdwährungen zu tauschen. Außerdem ist das historisch bedingt. Der größte Teil des Edelmetalls ging zur Bezahlung der hohen deutschen Auslandsüberschüsse in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangen Jahrhunderts in den Besitz der Bundesbank über. Auch deshalb lagert - noch - der größte Teil der Reserven im Ausland. Der Bestand in Paris wird nun komplett aufgelöst, da dort mittlerweile mit der gleichen Währung wie hierzulande gezahlt wird.

          Ein Mitarbeiter der Bundesbank legt im Januar 2013 in Frankfurt einen Goldbarren auf eine Waage. Bilderstrecke
          Ein Mitarbeiter der Bundesbank legt im Januar 2013 in Frankfurt einen Goldbarren auf eine Waage. :

          Doch zu Gold haben die Deutschen ein emotionales Verhältnis. Für einiges Misstrauen sorgte nun bei einigen Verschwörungstheoretikern, dass das deutsche Gold aus New York teilweise eingeschmolzen und in neue Barren gegossen wurde. Kritiker bemängelten, man könne gar nicht mehr wissen, ob das tatsächlich die deutschen Barren waren. Die Bundesbank versucht nun zu beruhigen: Alle Barren werden von unabhängigen Experten geprüft. Außerdem ist der Prozess so gestaltet, dass es zu keiner Vermischung mit fremdem Gold kommen kann. Das Schmelzen sei wohl nicht zwingend notwendig, so könne man aber noch mit Röntgengeräten und Ultraschall eine Reihe von Tests durchführen, um die Qualität des Goldes bestätigt zu bekommen. Über die Kosten des Prozesses verrät die Bundesbank nichts, aber das gesamte untersuchte Gold soll ohne Beanstandungen gewesen sein.

          Andere Zentralbanken machen aus ihren Währungsreserven ein großes Geheimnis

          Das Umschmelzverfahren hat auch noch ganz pragmatische Gründe: Das Gold, das Deutschland in New York lagert, stammt noch zum größten Teil aus den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals gab es noch keinen einheitlichen, weltweiten Standard für das Format von Goldbarren. Mittlerweile hat sich dies aber geändert. Der „London Good Delivery“-Standard hat sich durchgesetzt. Dieser sagt genau, wie ein Goldbarren auszusehen hat. So müssen die Barren unter anderem numeriert werden, zwischen 11 und 13 Kilogramm wiegen und zudem einen sehr hohen Reinheitsgehalt haben. Außerdem muss er zwischen 2,5 und 4,5 Zentimeter hoch, 21 bis 29 Zentimeter lang sowie 5,5 bis 8,5 Zentimeter breit sein. Durch das neue Verfahren kann das Gold nun universal gehandelt werden. Das Umschmelzen hat so gut geklappt, dass dieses Jahr 30 bis 50 Tonnen Gold aus New York folgen sollen.

          Im Vergleich ist der Umgang mit dem Edelmetall hierzulande recht transparent: Andere Zentralbanken machen aus ihren Währungsreserven ein wesentlich größeres Geheimnis. Zwar weiß man, wie groß sie bei den einzelnen Zentralbanken sind. Denn diese Zahlen werden an den Internationalen Währungsfonds gemeldet, der diese wiederum regelmäßig veröffentlicht. Allerdings gibt es - wohl auch aus Sicherheitsgründen - keine globalen Angaben darüber, wo genau das Gold gelagert wird.

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