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Edelmetall-Geldanlage : Bloß nicht auf Gold setzen!

Die Prognosen der Bank Goldman Sachs haben sich bewahrheitet: Zuletzt stieg der Goldpreis kräftig an. Bild: dpa

Die Gold-Welt ist so gespalten wie selten zuvor. Auf der einen Seite stehen zurückhaltende Investoren, auf der anderen Seite Kleinanleger im Goldrausch. Doch die Prognosen für den Goldpreis sind noch düsterer als die Lage.

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          Und wieder grüßen die Verschwörungstheoretiker. Wie immer, wenn Gold deutlich an Wert verliert, drängt es argwöhnische Edelmetall-Lobbyisten an die Öffentlichkeit wie das berühmte Murmeltier aus dem amerikanischen Kaff Punxsutawney. Überall wittern sie Manipulation. Mächtige Staaten wie Amerika, China und Indien, ihre einflussreichen Notenbanken sowie böse Spekulanten würden alles tun, um Gold schlecht erscheinen zu lassen und den Preis feste zu drücken. Ist der Goldpreis dann tief im Keller, könnten sie nach Herzenslust wieder zugreifen.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Selbst wenn man die üblichen Verdächtigen ignoriert, ist die Gold-Welt so gespalten wie selten zuvor. Auf der einen Seite stehen die professionellen Investoren, die das Edelmetall nur noch mit spitzen Fingern anfassen oder es gar fallen lassen. Auf der anderen Seite stehen Privatanleger, die sich mit Gold vor den Unbilden der Welt schützen wollen. Unter ihnen ist in Europa die Nachfrage nach Münzen und Barren hoch, in Amerika geradezu überbordend. Im Juli verkaufte die dortige Münzprägeanstalt so viel Unzen Gold wie nur viermal zuvor in ihrer Geschichte. Kleinanleger stürzen sich also kopfüber ins Goldmünzen-Meer wie Dagobert Duck. Ob sie damit baden gehen?

          Jedenfalls haben sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Seit dem Höchststand 2011 hat Gold fast die Hälfte an Wert verloren und kostet etwa 1090 Dollar je Feinunze. An den amerikanischen Terminbörsen wetten erstmals mehr Spekulanten auf einen fallenden Goldpreis als auf einen steigenden. Die Abflüsse aus Fonds, die auf Gold setzen, sind enorm und werden durch die Münzkäufe von Privatanlegern bei weitem nicht wettgemacht.

          Die Prognosen sind noch düsterer als die Lage. Bis auf 750 Dollar könnte es runtergehen, sagen Analysten. Als Grund gilt vor allem die bevorstehende Zinswende in Amerika. Erhöht die Notenbank den Leitzins, wird Gold gegenüber Aktien und Anleihen noch unattraktiver.

          Selbst der Ruf des Goldes als Krisenwährung oder Inflationsschutz ist ramponiert. Inflation ist kein Thema, und die vergangenen geopolitischen Krisen haben nicht zu einer Aufwertung des Goldes geführt - im Gegenteil. Selbst die Haltung, dem Portfolio einen gewissen Gold-Anteil beizumischen, steht nun in Frage. In der größten Krise sind zehn Prozent im Portfolio nicht mehr als ein goldener Tropfen auf dem heißen Stein.

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