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Edelmetalle : Goldpreis erholt sich

Gold lockt Fans immer. Bild: ddp

Der Goldpreis hat sich im Januar deutlich erholt. Ist dies das Ende des Abwärtstrends?

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          Im Zuge der schwachen Entwicklung der Aktienmärkte und des fallenden Ölpreises hat mit etwas  Verspätung auch der Goldpreis angezogen. Wurde das Edelmetall Mitte Dezember noch zu 1053 Dollar die Feinunze gehandelt, kostet diese jetzt 1118,40 Dollar. Das sind immerhin 6,2 Prozent, auf Monatssicht steht ein Plus von 4 Prozent zu Buche. Das mag nicht viel erscheinen, ist aber für Fans des Edelmetalls immerhin ein Hoffnungszeichen, nachdem auf Jahressicht immer noch ein Minus von mehr als 13 Prozent zu verzeichnen ist.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn seit dem Höchstpreis von 1909,08 Dollar im Sommer 2011 hat der Goldpreis eine deutliche Talfahrt erlebt. Auch jetzt ist der Abwärtstrend nicht gebrochen. Zwischenerholungen wie die jüngste gab es in den vergangenen viereinhalb Jahren viele, zuletzt im Herbst 2015 als der Preis zwischen August und Oktober um knapp 10 Prozent bis auf 1185 Dollar stieg.

          Allerdings fiel er danach stets wieder auf neue Tiefs und auch diesmal ist nicht ausgemacht, dass er nicht diesem Muster abermals folgt. Sehr langfristig betrachtet befindet sich der Goldpreis immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Zwischen Mitte der Siebziger Jahre bis Ende 2005 hatte der Goldpreis nur während der Spekulationsblase Anfang der Achtziger Jahre die Marke von 500 Dollar überschritten. Ob nun der Goldpreis in dieser Zeit zu niedrig war oder jetzt überhöht ist, ist seitdem eine Streitfrage zwischen Anhängern des Edelmetalls und anderen Marktteilnehmern.

          Am Mittwoch wird der Preis von der Meldung gestützt, dass die chinesischen Goldimporte aus Hongkong auf das höchste Niveau der vergangenen zwei Jahre gestiegen sind. China gehört mit einer gewissen Logik zu den größten privaten Käufern von Gold weltweit. Allerdings sind diese Käufe aktuell nur etwa halb so hoch wie noch 2013.

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          Aktuell gebe es allerdings Anzeichen, dass besonders die Goldnachfrage aus Asien steige, sagte Ric Spooner, Chefanalyst von CMC Markets in Sydney der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch die Goldbestände von börsengehandelten Fonds sind nun den siebten Tag hintereinander wieder gestiegen, derweil die Aktienkurse weiter unter Druck stehen.

          Die aktuelle Entwicklung der Weltwirtschaft kommt Gold ebenfalls zugute. Denn mittlerweile gibt es Zweifel daran, dass die amerikanische Notenbank ihren geplanten Zinserhöhungszyklus wie beschlossen durchführen wird. Solange aber die Zinsen niedrig bleiben, ist das für das zinslose Gold von Vorteil.

          Richard Jerram, Chefökonom der Bank of Singapore ist indes weniger optimistisch. Die Marktteilnehmer würden sich an die Kursschwankungen gewöhnen und sich wieder mit dem Gedanken an Zinserhöhungen anfreunden, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er sieht Gold in einem sehr langfristigen Abwärtstrend, zumindest solange Amerikas Notenbank die Zinsen anhebt. Er hält einen Goldpreis von weniger als 800 Dollar bis 2020 für durchaus möglich. Auch darüber hinaus sei ein weiterer Preisrückgang denkbar.

          Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank, hält die Aussichten eher für gemischt. „Gold und Silber haben diesen Monat im Vergleich zu den meisten anderen Asset-Klassen bisher am besten abgeschnitten“, sagt er. Zwei der zu Beginn des Jahres noch wichtigsten Gründe nicht in Gold zu investieren, seien derzeit weniger relevant als noch vor ein einigen Wochen. Einerseits hätten die globalen Marktturbulenzen der Attraktivität des Dollars geschadet und Händler zu Investments in Yen und teilweise Euro gedrängt.

          „Andererseits haben Sorgen um eine globale Konjunkturabschwächung sowie sinkende Inflationsraten die Befürchtungen gedämpft, die Fed würde in den kommenden Monaten weiter aggressiv die Leitzinsen erhöhen“, sagt Hansen. Dennoch bleibe die Kombination aus einem starken Dollar und sich erholenden Aktienmärkten in den ersten Monaten des neuen Jahres eine Herausforderung für das gelbe Metall.

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