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Goldpreise : Die Goldnachfrage in China bricht ein

Die globale Goldnachfrage hat im dritten Quartal abgenommen Bild: dpa

Die globale Nachfrage nach Gold hat im dritten Quartal 2014 ihren niedrigsten Stand seit fünf Jahren erreicht. In China ging die Nachfrage um 37 Prozent zurück. In Indien hingegen ist die Nachfrage gestiegen.

          Die globale Nachfrage nach Gold hat im dritten Quartal 2014 mit lediglich 929 Tonnen ihren niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren erreicht. Besonders schwach entwickelte sich die Nachfrage in China, wo die Goldkäufe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent zurückgingen. Damit bestätigt sich der Eindruck vieler Fachleute, nach denen viele chinesische Käufer sehr auf den Preis achten. Umgekehrt ist die Nachfrage nach Gold im dritten Quartal 2014 in Indien um 39 Prozent gestiegen. Dafür war vor allem ein sehr starkes Interesse an Goldschmuck verantwortlich, wie das World Gold Council, eine Interessenvertretung der führenden Goldminenunternehmen, mitteilt. Ein Grund sei in der Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung in Indien zu sehen.

          Immer noch bleibt im globalen Goldmarkt die Schmuckindustrie der mit weitem Abstand führende Nachfrager. Auf sie entfielen 534 Tonnen der gesamten Verkäufe von 929 Tonnen. Die industrielle Nachfrage bleibt mit 98 Tonnen wenig bedeutend. 204 Tonnen entfielen auf Käufer, die Gold als Kapitalanlage erwerben. Das Interesse an Goldbarren und -münzen gab deutlich nach, während auf Gold basierende Investmentfonds weiterhin Mittelabflüsse verzeichneten. Gerade in Europa war die Nachfrage der Anleger schwach, wobei die Schweiz mit einem Minus von 28 Prozent hervorsticht.

          Angesichts der Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen Monaten sei der Rückgang der Nachfrage durch Anleger nicht erstaunlich, schreibt Eugen Weinberg von der Commerzbank in einem Marktkommentar. Auf der Käuferseite befinden sich weiterhin die Notenbanken. Sie stockten ihre Bestände im dritten Quartal 2014 um 93 Tonnen auf. Wie in der jüngeren Vergangenheit üblich, befanden sich die kaufenden Notenbanken überwiegend in den Schwellenländern. So stockte Russland seine Reserven um 55 Tonnen auf; Kasachstan fügte seinen Beständen 28 Tonnen hinzu.

          Auf der Angebotsseite gibt es keine starken Hinweise auf Verknappungen. Zwar ging das Angebot von Altgold angesichts des rückläufigen Preises zurück. Im Gegenzug erhöhten die Goldminen ihre Förderung. Spekulationen unter Anlegern, nach denen angesichts des seit drei Jahren rückläufigen Goldpreises die Minen aus Kostengründen ihre Förderung reduzieren müssten, haben sich bisher nicht bewahrheitet.

          Für das gesamte Jahr 2014 erwartet das World Gold Council eine globale Goldnachfrage zwischen 4000 und 4010 Tonnen. Dies entspräche in etwa dem Vorjahreswert.

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