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Edelmetalle : Gold sinkt in der Gunst der Privatanleger

Wohin damit? Privatanleger bewahren ihre Goldmünzen am liebsten nicht zu Hause auf Bild: ddp

Der Goldpreis hat sich stabilisiert. Als Krisenabsicherung scheint das Edelmetall aktuell aber weniger nötig. Zudem bereitet die Aufbewahrung manche Sorge.

          Der Goldpreis hat sich in den vergangenen Tagen etwas stabilisiert. Am Mittwoch kostete eine Feinunze mit gut 31 Gramm Gewicht in London 1.265 Dollar - ein leichtes Plus gegenüber dem Vortag und ein sichtbares gegenüber der Vorwoche, als der Preis auf 1.240 Dollar fiel. In einer Umfrage von Sentix, einem Frankfurter Unternehmen, das regelmäßig mittels Anlegerbefragungen die Stimmung an den Finanzmärkten misst, war die Auffassung zu Gold unter den Anlegern zuletzt so negativ wie selten.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Zwar seien die außergewöhnlich schlechten Werte eigentlich ein Grund, über eine Erholung des Goldpreises nachzudenken, so die Sentix-Analyse. Doch könnte die Dynamik der negativen Veränderung auch darauf hindeuten, dass es wie schon im Jahr 2013 nach einer Zwischenstabilisierung weiter abwärts gehe. „Sofern die Marke von 1.200 Dollar nicht hält, droht eine finale Ausverkaufssituation“, schreiben die Sentix-Analysten.

          Gold galt als idealer Schutz

          Von seiner außergewöhnlichen Hausse, die den Goldpreis nach vielen Jahren des Anstiegs im Jahr 2011 auf mehr als 1.900 Dollar trieb, hat sich das Edelmetall ohnehin schon längst verabschiedet. Die Sorgen um die Euro-Staatsschuldenkrise trieben den Preis im Jahr 2012 nochmals auf mehr als 1.750 Dollar, seither geht es fast dauerhaft bergab. In einer Umfrage des Fachmagazins „Der Zertifikateberater“ unter Anlageberatern im Sommer 2012 glaubte nur ein Viertel der Befragten, den Euroraum werde es auch zwei Jahre später noch in seiner bisherigen Form geben.

          Mehr als 60 Prozent meinten hingegen, mindestens Griechenland werde nicht mehr Teil des Euroraums sein, gut 40 Prozent erwarteten sogar einen deutlich geschrumpften Euroraum. Gold galt als der ideale Schutz vor solchen Verwerfungen. Doch damit rechnet heute kaum noch ein Anleger. Ein von Sentix ermittelter Index, der die Erwartungen für das Auseinanderbrechen des Euroraums spiegelt (Euro Break-up Index) erreichte im Juli 2012 einen Rekordwert von 73 Prozent. Heute rechnen nur noch 9 Prozent der Anleger mit einem Auseinanderbrechen des Euroraums, ein Rekordtief.

          Ein häufig angeführtes Argument verliert an Kraft

          Das Interesse der Anleger an Gold ist entsprechend gesunken. War Gold in der Beraterumfrage im Juli 2012 noch eines der gefragtesten Anlegerthemen, ist es nun weit hinter alle Themen rund um Aktien und auch deutlich hinter Unternehmensanleihen zurückgefallen. Im Juli 2012 hatte EZB-Präsident Mario Draghi mit seiner Aussage, er werde alles tun, um den Euro zu erhalten, eine Wende an den Finanzmärkten eingeleitet.

          Die wirtschaftliche Schwäche in Europa und der Anpassungsbedarf in einigen Krisenländern hat zudem die Inflation auf Raten nahe null sinken lassen. Ein häufig aufgeführtes Argument für den Kauf von Gold, es sei ein guter Inflationsschutz, verliert dadurch an Kraft. Immerhin 39 Prozent der Deutschen im Alter von mehr als 25 Jahren hatten nach einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von Deutsche Börse Commodities schon einmal mit physischem Gold zu tun. Die Verteilung ist dabei in allen Alters- und Einkommensklassen ungefähr gleich.

          Bei der Aufbewahrung haben die Befragten das größte Zutrauen in ein Schließfach bei der Bank. Zwei Drittel halten das für einen sehr sicheren Aufbewahrungsort. Ein gewisses Vertrauen gibt es noch in private Tresore in den eigenen vier Wänden. Jeder fünfte Befragte hält das für sehr sicher. Oft praktiziert, aber von 80 Prozent der Befragten für unsicher befunden, ist die Aufbewahrung in Schubladen oder Schränken zu Hause. Als sicherer wird dann schon das Vergraben im Garten empfunden.

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