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Gold : Degussa kauft Scheideanstalt

Noch werden die Feinunzen extern geprägt. Bild: Degussa

Die Degussa kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Mit der Übernahme von Schellhorn & Roth produziert sie Goldprodukte wieder selbst.

          Tradition verbindet, heißt es so schön. Das dachte sich wohl auch die Degussa. Seit ihrer Neugründung im Jahr 2010 hat sie mit Edelmetallen gehandelt, nun kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück. Mit sofortiger Wirkung übernimmt sie das Unternehmen Schellhorn & Roth, wie diese Zeitung aus Unternehmenskreisen erfuhr.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die „Deutsche Gold und Silberscheideanstalt“ - so der Gründungsname der Degussa - produzierte schon früher selbst Goldprodukte. Doch nach mehreren Geschäftswechseln spezialisierte sich die neu gegründete Degussa nur auf den Edelmetallhandel. Damit ist sie nun „Marktführer im Handelsbereich“, wie Geschäftsführer Wolfgang Wrzesniok-Roßbach sagt.

          Doch Schellhorn & Roth ist eine sogenannte Scheideanstalt. In ihr wird zum Beispiel Edelmetall zurückgewonnen, indem Altgold, Münzen oder Dentalabfälle eingeschmolzen werden. Außerdem wird Edelmetall nur in den seltensten Fällen rein benötigt - etwa für Barren oder manche Münzen. Für Schmuck wird Gold in einer niedrigeren Karatzahl benötigt, etwa mit einem Reinheitsgehalt von 14 Karat. Dazu wird es mit anderen Metallen legiert.

          Reiner Handel ist zu unbeständig

          Die Übernahme war für die Degussa wichtig, der reine Handel mit dem Edelmetall ist sehr volatil. „Manchmal rennen uns die Kunden die Türen ein, doch manchmal ist auch nichts los“, beschreibt Wrzesniok-Roßbach die Marktsituation. So wurden im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt die niedrigen Goldpreise von teilweise nur noch 1185 Dollar je Feinunze dazu genutzt, um Münzen oder Barren zu kaufen.

          Mit der Übernahme von Schellhorn & Roth will sich die Degussa nun breiter aufstellen und nicht mehr so stark von diesen Volatilitäten abhängig sein. „Wir wollen uns auf breitere Füße stellen“, sagt Wrzesniok-Roßbach dazu. Auch für die Mitarbeiter von Schellhorn & Roth gibt es gute Nachrichten: Alle Angestellten werden übernommen.

          Schon heute werden die eigenen Goldbarren mit dem Degussa-Logo geprägt. Doch dies geschieht noch extern. Mittelfristig sei es aber eine Möglichkeit, das Prägen auch selbst zu übernehmen, heißt es aus dem Unternehmen.

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