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Fremdwährungszertifikate : Anleger suchen Alternativen zum Euro

Australische Dollar sind inmitten aller Währungen als Alternative zum Euro sehr gefragt Bild: AFP

Die Kursentwicklungen des Euro im vergangenen Jahr zeigen eine Wertverlust gegenüber der anderen Währungen. Nun sind Norwegische Kronen und Australischer Dollar als neue Anlagemöglichkeit besonders gefragt.

          Die fortwährenden Diskussionen um die Zukunft des Euro führt bei zahlreichen Anlegern zu einer Währungsdiversifikation ihrer Geldanlagen. Nicht nur am Markt für Unternehmensanleihen sind Papiere in norwegischen Kronen oder australischen Dollar beliebt. Auch die Emittenten von Fremdwährungszertifikaten verzeichnen eine sehr hohe Nachfrage nach den entsprechenden Produkten. So begibt die Landesbank Baden-Württemberg zu ihren Stufenzinspapieren in Australischen Dollar und Norwegischen Kronen wegen der hohen Nachfrage ebenso Nachfolgeprodukte wie die Credit Suisse bereits die dritte Tranche eines Währungskorb-Kapitalschutzzertifikats zur Zeichnung anbietet.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Der Blick auf die Kursentwicklung des Euro gibt den Anleger recht. Zu den meisten Währungen hat der Euro im Jahresverlauf an Wert eingebüßt, besonders zum ungarischen Forint, der türkischen Lira, dem kanadischen Dollar, dem polnischen Zloty und der norwegischen Krone. Für Risikoscheue bieten sich die Kapitalschutzpapiere der Credit Suisse an. Hier bekommt der Anleger - die Zahlungsfähigkeit der Credit Suisse vorausgesetzt - den Erhalt seines Kapitals garantiert. Eine positive Rendite ergibt sich aus einer Wertsteigerung verschiedener Fremdwährungen zum Euro.

          Das Papier mit der Wertpapierkennnummer (WKN) CS8FX0 basiert auf der Entwicklung des Euro zu fünf Währungen: norwegische Kronen, schwedische Kronen, neuseeländische Dollar, australischer Dollar und türkische Lira. Am Ende der Laufzeit im Juli 2017 werden die Wechselkurse mit jenen von Anfang Juli 2012 verglichen. Alle fünf Währungen werden gleich gewichtet. Die Rendite des Anlegers ergibt sich aus der durchschnittlichen Wertentwicklung zum Euro multipliziert mit dem Faktor 2. Bei einem durchschnittlichen Währungsgewinn von 5 Prozent gegenüber dem Euro ergäbe sich so eine Rendite von 10 Prozent. Der Anleger erhält dann am Laufzeitende den Nominalbetrag von 1000 Euro je Zertifikat plus 10 Prozent (100 Euro) ausbezahlt. Gewinnt der Euro gegenüber den Währungen an Wert, erhält der Anleger nur den Nominalbetrag. Am Montag notierte ein Zertifikat an der Zertifikatebörse Scoach in Frankfurt mit einem Kurs von 100,2 Prozent.

          Das Nachfolgeprodukt der Credit Suisse mit der WKN CS8FX1 funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Es notierte am Montag jedoch bereits mit 102 Prozent, läuft bis August 2017, basiert auf den vier Währungen norwegische Krone, schwedische Krone, australischem Dollar und chinesischem Yuan, deren durchschnittliche Wertentwicklung auch nur mit dem Faktor 1,75 multipliziert wird. Für risikobereitere Anleger gibt es jedoch auch Papiere ohne Kapitalschutz. Dafür sind diese mit Kuponzahlungen ausgestattet. So hat die Landesbank Baden-Württemberg von Mittwoch an ein Stufenzinszertifikat auf den australischen Dollar im Handel der Börse Stuttgart.

          Das Papier mit der WKN LB0N4S weist im ersten Jahr einen Kupon von 4 Prozent auf, im zweiten Jahr von 4,25 Prozent, im dritten von 4,5 Prozent und im vierten und fünften von je 5 Prozent. Der Anleger trägt jedoch das volle Risiko eventueller Kursverluste des Dollar gegenüber dem Euro. Genauso ist das Papier mit der WKN LB0N4R auf die norwegische Krone konzipiert. Hier steigen die Kuponzahlungen jedoch nur von 2,5 auf 3,25 Prozent. Die LBBW weist zudem daraufhin, dass beide Papiere am Mittwoch bereits ausverkauft sein könnten. Es gibt jeweils Nachfolgeemissionen in der Zeichnung, allerdings mit leicht niedrigeren Kupons. Überdies sollten Anleger beachten, dass bei diesen Papieren die Wechselkurse ihrer Hausbank relevant sind.

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