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Fremdwährungsreserven : China will nicht noch viel mehr Dollar haben

Neue Haltung in Chinas Zentralbank: Eine Aufwertung des Renminbi nutzt mehr als sie schadet Bild: REUTERS

Die Zentralbank in Peking möchte den Anstieg der Devisenreserven bremsen. Eine Aufwertung des Renminbi gilt als hinnehmbar.

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          China will dafür sorgen, dass seine Devisenreserven nicht ins Uferlose steigen. „Es ist China nicht länger von Nutzen, Fremdwährungsreserven anzuhäufen“, sagte der Stellvertretende Gouverneur der Zentralbank, Yi Gang, in Peking. Er ist zugleich der Vorsitzende des Amts für Devisenverwaltung (Safe). Die Volksrepublik hortet den umfangreichsten Fremdwährungsschatz der Welt. Im dritten Quartal stieg er um 166 Milliarden Dollar auf einen Rekord von 3,7 Billionen Dollar. China wird also jeden Tag um etwa 1,8 Milliarden Dollar reicher.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Die Gesamtsumme der Währungsreserven übersteigt das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland, der viertgrößten Volkswirtschaft. Die Safe legt das Geld, das vorwiegend aus dem Handelsbilanzüberschuss stammt, bevorzugt in Dollar an; schätzungsweise zu 70 Prozent. Indem China andere Valuta kauft, drückt es den Wert seiner eigenen Währung, des Renminbi (Yuan), und verschafft sich so Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten.

          Dieses System will man aber durchbrechen, wie das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei in der vergangenen Woche beschlossen hat. Die Wechselkurse und Zinsen sollen freigegeben, die Kapitalverkehrskontrollen gelockert werden. Den Renminbi will man auch unter der Kapitalbilanz konvertibel machen, also für grenzüberschreitende Kredite und Anlagen öffnen, und zu einer lokalen Reservewährung aufbauen. Zudem soll die Binnennachfrage gestärkt werden, wodurch der Export relativ zum Import an Bedeutung verlieren würde. All das würde bedingen und ermöglichen, dass die Währungsreserven nicht mehr so schnell steigen wie bisher.

          Chinesische Kapitalanlagen in Amerika

          Mehr als ein Drittel der Rücklagen sind in amerikanischen Staatsanleihen angelegt, so dass Peking heute der größte Auslandsgläubiger Washingtons vor Japan ist. Im September stieg das Volumen der Schuldpapiere um 2 Prozent auf knapp 1,3 Billionen Dollar. Angesichts des Haushaltsnotstands in Amerika fürchtet China um seine Anlagen und ist auch nicht glücklich damit, dass es immer abhängiger von der amerikanischen Geldpolitik wird. In Zeiten der „quantitativen Lockerung“ der amerikanischen Geldpolitik, also der Anleihekäufe der Fed, drohen die gehorteten Dollar immer mehr an Wert zu verlieren.

          Die Chinesen hätten ihre Kapitalanlagen in Amerika schon seit Jahren gerne breiter gestreut, aber Washington ließ früh erkennen, dass die Regierung umfangreiche Übernahmen großer amerikanischer Unternehmen nicht wünsche. Um wenigstens etwas höhere Renditen zu erzielen, hatten die Chinesen daraufhin unter anderem Anleihen der halbstaatlichen Finanzhäuser Fannie Mae und Freddie Mac gekauft, die dann in der im Jahre 2007 ausgebrochenen Finanzkrise in Schwierigkeiten gerieten und Hilfen vom amerikanischen Staat brauchten.

          Chinas Devisen

          Die Volksrepublik glaubt, sich erlauben zu können, den Renminbi stärker aufwerten zu lassen. Dann würden ihre Waren international zwar teurer. Aber der Inflationsdruck aufgrund überteuerter Importe nähme ab, und die Kaufkraft der Bevölkerung würde im Sinne der Ausweitung des Binnenkonsums gestärkt. Yi Gang machte deutlich, dass die Aufwertung des Renminbi mehr Personen nutze als schade.

          Chinas Devisen fließen nicht nur in Finanzanlagen, sondern auch in Unternehmensbeteiligungen. Dafür ist die China Investment Corporation (CIC) zuständig, die ebenfalls zur Zentralbank gehört. Derzeit verwaltet sie ein Vermögen von 575 Milliarden Dollar. Die CIC ist unter anderem am Satellitenbetreiber Eutelsat in Frankreich beteiligt sowie am Flughafen Heathrow und an Thames Water in England.

          Die beste Übersicht über die von Zentralbanken und Staatsfonds gehaltenen Währungsreserven in der Welt wird vierteljährlich vom Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlicht. Aber auch sie ist nicht vollständig, da alle Meldungen aus den Mitgliedsländern freiwillig erfolgen. Für das zweite Quartal 2013 hat der IWF Währungsreserven über 11,1 Billionen Dollar erfasst, von denen sich aber nur 6,1 Milliarden Dollar einzelnen Währungen zuordnen ließen. Die wichtigsten Währungen bei den Devisenreserven sind der Dollar mit weitem Abstand vor dem Euro. Der Renminbi spielt noch keine bedeutende Rolle, dürfte aber an Bedeutung zulegen.

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