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Fracking in Amerika : Immer mehr Öl, immer schneller

  • -Aktualisiert am

Ölförderung mittels „Fracking“ in Kalifornien. Bild: AFP

Die Vereinigten Staaten fördern so viel Öl wie lange nicht, und die Mengen wachsen schneller denn je. In anderen Ländern dagegen bedrohen Kriege und Konflikte den Ölnachschub.

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          Die Vereinigten Staaten haben ihre Ölproduktion im vergangenen Jahr so stark gesteigert wie nie zuvor. Um 1,1 Millionen Barrel pro Tag nahm die Förderung zu, wie das britische Rohstoffunternehmen BP ermittelt hat. Gleichzeitig wächst jedoch auch der Ölverbrauch am schnellsten. Mit 400.000 Barrel Mehrverbrauch pro Tag nahm der Ölverbrauch der Amerikaner erstmals seit dem Jahr 1999 wieder stärker zu als derjenige der Chinesen.

          Gleichzeitig ist die weltweite Ausweitung der Rohölförderung  bedroht. Fast alle aktuellen Konflikte in der Welt haben nicht nur gravierende politische und soziale Folgen, sondern auch einen erheblichen Einfluss auf die globale Energiearchitektur.

          Der Vormarsch von Islamisten im Irak bedroht nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) die Pläne der Regierung in Bagdad zur Ausweitung der Rohölförderung. Dabei sei das Land der Wachstumstreiber innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec), heißt es im am Dienstag veröffentlichten Bericht zu den mittelfristigen Aussichten für den Ölmarkt.

          Seit der Eskalation der Lage im Irak Anfang vergangener Woche – als die Extremisten die Stadt Mossul einnahmen – ist der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Sorte Brent um 3 Prozent auf 112 Dollar gestiegen. Sollten sich die Kämpfe im Irak auf den Süden ausbreiten, drohten Lieferausfälle, warnt Ole Hansen, Rohstoffanalyst bei der Saxo Bank. Nach Meinung von Analysten der Bank of America sei ein kompletter Ausfall der irakischen Produktion jedoch „sehr unwahrscheinlich“. Die IEA, ein Zusammenschluss von 29 Industriestaaten, geht bislang davon aus, dass die Opec ihre Produktion bis zum Jahr 2019 um 2 auf rund 37 Millionen Barrel pro Tag ausweiten wird.

          Fast zwei Drittel dieses Zuwachses werde voraussichtlich der Irak beisteuern, schätzt die Energieagentur. Diese unterliege aber „großen Risiken“, erklärte die Agentur mit Verweis auf „schwache Institutionen, schwerfällige Bürokratie und das dramatische Wiederauftreten der Gewalt“ im Irak.

          Die Experten hoben ihre Prognose für den globalen Rohölbedarf auf 92,76 Millionen Barrel pro Tag an. Das ist etwa 1 Million Barrel mehr, als noch vor einem Jahr geschätzt. Grund hierfür sei die anziehende Konjunktur. „Die Lage der Ölmärkte ist in vielen Bereichen angespannter als zu Beginn des amerikanischen Schieferöl-Booms und deutlich angespannter als noch vor einem Jahr“, heißt es in dem Bericht weiter.

          Schon zuvor hatten die Fachleute prognostiziert, dass die Förderung von Schieferöl in Amerika einen Großteil des globalen Zusatzbedarfs abdecken könne und die Opec-Staaten die Förderung daher nicht ausweiten müssten. Der nordamerikanische Kontinent werde sich bis zum Ende des Jahrzehnts unabhängig von Energieimporten machen und im Geschäft mit Ölprodukten zu einem „Titanen mit beispiellosem Ausmaß“ entwickeln, meinen die Fachleute im aktuellen Bericht.

          Darüber hinaus werde der Frackingboom bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf andere Länder überschwappen. Vor allem in Staaten wie Kanada, Russland und Argentinien sei mit einer deutlichen Ausweitung der Förderung zu rechnen. Zahlreiche Länder versuchten, die Erfolgsstory aus Amerika nachzuahmen.

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