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Finanzmärkte : Flucht in Renten und Euro

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Der Euro und der Rentenmarkt profitieren von den schwachen Börsen Bild: dpa

Während die Börse schwächelt, profitieren Rentenpapiere von der unsicheren Lage. Auch der Euro legt kräftig zu.

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          Die Angst vor einer militärischen Aktion der Amerikaner dominiert am Freitag an den Finanzmärkten. „Wer weiß schon, was die Amerikaner am Wochenende machen“, sagt ein Händler. Daher wolle niemand mit offenen Positionen ins Wochenende gehen.

          Von der Unsicherheit profitiert der Rentenmarkt, wo aus Angst vor einer Rezession die Renditen historische Tiefs erreichen. So sinkt die Rendite bei den zweijährigen Treasurys am Freitag im US-Handel um acht Basispunkte auf 2,9 Prozent. Die Rendite ist nach den Terroranschlägen um zweidrittel Prozentpunkte gesunken und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 1958. Die zweijährigen Staatstitel reagieren am sensibelsten auf Zinssenkungen.

          Zinssenkung von 100 Basispunkten eingepreist

          Auch ohne die Terroranschläge drohte die amerikanische Wirtschaft bereits in eine Rezession zu schliddern. Mit den Ereignissen von Dienstag seien nun die Notenbanken besonders gefragt. „Bis zum März hat der Markt in Europa eine Zinssenkung von 100 Basispunkten und in den USA von 75 bis 100 Basispunkten eingepreist“, meint Peter Müller, Rentenanalyst der Commerzbank Securities.

          Das absolute Zinsniveau sei auch deswegen so gering, weil die durchschnittliche Inflationsrate ebenfalls auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen 50 Jahre liege. Nach Meinung von Müller sind Anleger kurzfristig besser am langen Ende aufgehoben. Denn auf Grund der großen Kurssteigerungen bei den kurzfristigen Zinsen sei auch hier das Rückschlagspotenzial groß.

          Heftige Gegenreaktionen erwartet

          Der Bund-Future stieg am Freitag 40 Basispunkte auf 108,92 Prozent. „Auch für die kommende Woche dürfte der Bund-Future von seiner Funktion als sicherer Hafen profitieren“, meint Stefan Schilbe, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Zumal seiner Meinung nach der Sell-Off an den Aktienmärkten noch nicht abgeschlossen ist.

          Allerdings dürfte es kurzfristig auch immer wieder zu heftigen Gegenreaktionen kommen. Aus technischer Sicht liegen die nächsten Hürden für den Bund-Future bei 109,25 und 109,51 Prozent. „Aber in der momentanen Situation sind die Marken weniger relevant“, räumt der Analyst ein.

          Dollar unter Druck

          Unter Druck steht zum Wochenausklang der Dollar. Der Euro klettert am Freitag über die Marke von 92 Cents und damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Auch am Devisenmarkt wolle niemand mit Dollar-Longpositionen ins Wochenende gehen. Sollte die amerikanische Regierung zum Gegenschlag ansetzen, so dürfte die Flucht aus der US-Währung anhalten.

          Zudem reagiere der Dollar synchron mit den Aktienmärkten. Wenn am Montag die Wall Street wieder öffnet, fürchten die Devisenhändler weitere Verluste. „Das ist sicherlich noch nicht das Niveau, auf dem man wieder Dollar kaufen muss“, so die Einschätzung von Schilbe. Die nächsten technischen Marken liegen bei 0,9250 Dollar und 0,9385 Dollar.

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