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FAO-Prognose : Agrarrohstoffe bleiben teuer

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Weißes Gold Bild: dpa

Nach dem Höhenflug in 2007 und 2008 sind die Preise vieler Agrarrohstoffe an den Terminbörsen gefallen. Das Preisniveau in den kommenden zehn Jahren wird aber voraussichtlich deutlich über dem des vergangenen Jahrzehnts liegen, erklärt die FAO.

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          Der Preis von Kaffee ist in den vergangenen Tagen an den Terminbörsen förmlich nach oben geschossen. An der Londoner Liffe stieg er alleine in der vergangenen Woche um 17 Prozent auf bis zu 1.568 Dollar je Tonne der Sorte Robusta, während die Sorte Arabica in New York mit einem Plus von bis zu 13 Prozent so teuer wurde wie seit zwei Jahren nicht mehr.

          Diese Preisentwicklung hatte nichts mit der grundlegenden Angebots- und Nachfragesituation zu tun. Sondern Hedge-Fonds, die auf fallende Preise gesetzt hatten, wurden zum Eindecken ihrer Positionen gezwungen, heißt es aus dem Markt. Während der Preis von Robusta in London aus einem leichten Abwärtstrend nach oben ausgebrochen ist, hat der von Arabica seinen mittelfristigen Aufwärtstrend fortgesetzt.

          Künftiges Preisniveau der Agrargüter wird über dem der vergangenen Dekade liegen

          Generell jedoch dürften die Preise von Agrargütern in den kommenden Jahren auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben oder gar steigen, erklärt die Food and Agriculture Organization (FAO) in ihrem am Dienstag vorgelegten Ausblick für die Jahre 2010 bis 2019. Ausgehend von einem robusten Wirtschaftswachstum, einem Weltbevölkerungswachstum von durchschnittlich 1,1 Prozent und einem hoch bleibenden Erdölpreis würden die meisten Agrargüterpreise zwar unter den Spitzenniveaus der Jahre 2007 und 2008 liegen, jedoch deutlich über jenen der Jahre 1997 bis 2006.

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          Besonders ausgeprägt seien die realen Preiszuwächse voraussichtlich bei Biodiesel, Pflanzenölen, Butter und Grobgetreide mit 40 Prozent und mehr. Dagegen werde das Preisniveau von Schweinefleisch real in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich sogar unter dem der Jahre 1997 bis 2006 liegen. Der Grund liegt in der Erwartung, dass das Schweinefleischangebot in den kommenden Jahren vor allem in China und Brasilien rasch und deutlich zunehmen wird.

          Grundsätzlich werde die Entwicklung der Agrarwirtschaft in den kommenden Jahren vor allem durch die Schwellenländer bestimmt werden, heißt es weiter. Mit dem erzielbaren Wirtschaftswachstum, steigenden Einkommen und zunehmendem Wohlstand werde zwar die Nachfrage nach Produkten wie etwa Pflanzenölen, Milchpulver, Käse, Butter, Geflügelfleisch oder Pflanzenprotein deutlich zunehmen. Allerdings seien die Staaten voraussichtlich bemüht, diese Nachfrage durch den Aufbau eigener Angebotstrukturen selbst zu bedienen.

          Bei Zucker wird das Nachfragewachstum größer sein als das des Angebots

          In den meisten Märkten werde das Produktions- beziehungsweise das Angebotswachstum stärker ausfallen als der Nachfragezuwachs. Die einzige Ausnahme scheint der Zuckermarkt zu sein. Dort wird die Nachfrage in den kommen zehn Jahren um voraussichtlich um voraussichtlich 1,8 Prozent zunehmen, während das Angebot um 1,4 Prozent steigen wird. In den OECD-Staaten wird die Nachfrage nach Geflügelfleisch besonders deutlich und vor allem auch stärker als das Angebot zunehmen. Einen leichten Überschuss in punkto Nachfragewachstum wird es voraussichtlich auch bei Milchpulver und Pflanzenölen geben. In den Schwellenländern wird lediglich die Nachfrage nach Pflanzenprotein und Zucker deutlicher zunehmen als das Angebot.

          Aus Anlegersicht scheint der Zuckermarkt der interessanteste zu sein. Denn in diesem Bereich werde die Preisentwicklung trotz zunehmendem Angebot durch eine noch stärker zunehmende Nachfrage gestützt werden. Auf diese Basis scheint eine Wiederholung des massiven spekulativen Preisauftriebs, der den Zuckerpreis an den Terminbörsen der Welt noch im Januar auf Rekordpreise von bis zu knapp 30 Dollar je Pfund an der ISE oder 759 Dollar je Tonne an der Liffe gebracht hatte, nach der massiven Zwischenkorrektur der vergangenen Monate, nicht ausgeschlossen zu sein. Immerhin zeigen die kurzfristigen Trends schon wieder nach oben.

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