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Energie und Rohstoffe : Spekulative Preispanik bei Agrarrohstoffen

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Agrarrohstoffe werden an den Terminbörsen immer teurer. Der Preisauftrieb ist eher „geldpolitisch“ motiviert als von fundamentalen Gründen. Viele Meldungen suggerieren eine Verknappung. Dabei ist die Versorgungslage gar nicht so schlecht.

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          Agrarrohstoffe werden an den Terminbörsen immer rascher immer teurer. Die Preise werden getrieben von spekulativen Anlegern, die auf die extremen geldpolitischen Strategien der Zentralbanken, die sehr engen und intransparenten Märkte und alle nur denkbaren Knappheitsthesen setzen.

          Diese Kombination hat dazu geführt, dass der Preis von Mais an der Terminbörse in Chicago alleine seit Anfang Oktober um 23 Prozent gestiegen ist. Alleine am Montag geht er im frühen Handel um 8,5 Prozent nach oben auf zuletzt 5,73 Dollar je Scheffel (25,4 Kilogramm). Die Preise von Äthanol, Zucker, Weizen, Sojabohnen, Baumwolle und Reis haben ebenfalls sehr stark angezogen. Die Tonne Mühlenweizen kostet an der Terminbörse in Paris am Montag 226,75 Euro je Tonne und damit 14 Prozent mehr als noch eine Woche zuvor.

          Der Preisauftrieb ist eher „geldpolitisch“ motiviert ...

          Der Preisauftrieb wird beflügelt von der Aussicht auf anhaltend tiefe Zinsen, auf mögliche „quantitative Lockerungsübungen“ der Zentralbanken in Japan, Großbritannien und den Vereinigten Staaten, dem neuerdings wieder schwächelnden Dollar und nicht zuletzt von den gewaltigen Geldströmen, die von immer mehr Anlegern in diese engen und vielfach sehr intransparenten Märkte gepumpt werden.

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          „Die maßgeblichen Treiber für die Entwicklung dürften weiterhin ein hohes spekulatives Interesse, aber auch die aktuelle Schwäche des Dollar gegenüber dem Euro gewesen sein“, heißt es in einem Marktkommentar der LBBW. Händler begründeten den Preisauftrieb mit der Erwartung, die amerikanische Notenbank Fed könne nach den schwachen Arbeitsmarktdaten weiter billiges Geld in die Wirtschaft pumpen. Dies heize Inflationsängste an und treibe Anleger in Sachwerte wie Rohstoffe.

          Sie werden dazu nicht nur von ihren Anlageberatern verleitet, sondern auch von allen nur denkbaren Meldungen, die eine baldige, dramatische Verknappung der Versorgungslage suggerieren. Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftministeriums zufolge werde die weltweite Getreideernte in diesem Jahr unter den bisherigen Erwartungen bleibe, hieß es am Freitag. Unter anderem wegen der Trockenheit in Teilen Europas rechnet das Ministerium für die die Ernteperiode 2010/2011 bei Weizen mit einem Ernterückgang um 1,6 Millionen Tonnen auf 641,4 Millionen Tonnen. Auch die Lagerbestände dürften den Angaben zufolge hinter den Markterwartungen zurückbleiben.

          ... als von fundamentalen Gründen

          Solche Schätzungen werden aufgegriffen von den „Lautsprechern“ der Finanzmärkten á la Jim Rogers, die schon seit Monaten steigende Preise im Agrarsektor prognostizieren und deren „Seelenmassage“ längst auf andere Strategen und vor allem auch auf die Nachrichtenagenturen und Medien übergesprungen ist. Hektisch wird jede Änderung der Schätzungen und jede größere Preisbewegung gemeldet, als ob sich die Agrarwirtschaft real so volatil bewegen würde. Die tatsächliche Entwicklung tritt dabei völlig in den Hintergrund.

          Dabei zeigt der Blick auf die Daten, dass Angebots- und Nachfrageänderungen der beobachteten Art in der Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme waren. Tatsächlich hat das Angebot jedoch entgegen der Spekulationen bisher unter anderem aufgrund des technischen Fortschritts zumindest im Trend immer mit der Nachfrage mitgehalten. Trotz aller Panikmeldungen und Spekulationen ist die Versorgungslage sowohl bei Weizen als auch bei Mais gemessen an den Lagerbeständen gesichert und bietet zumindest aus fundamentaler Sicht kaum Gründe für steigende Preise. Aus diesem Grund dürften Anleger dazu tendieren, den gegenwärtigen Preisauftrieb mit der notwendigen Skepsis zu betrachten.

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