https://www.faz.net/-gv6-12nj5

Energie : Kommt jetzt der Erdgas-Boom?

  • -Aktualisiert am

Erdgas findet seinen Weg in begrenztem Umfang auch in den Transportmarkt. AT&T gab im März bekannt, 8.000 Service-Vans durch Fahrzeuge mit Erdgasantrieb zu ersetzen. Die über einen Zeitraum von zehn Jahren angelegte, 350 Millionen Dollar kostende Modernisierung ist Teil einer im letzten Jahr begonnenen, insgesamt 565 Millionen Dollar teuren Initiative für den Einsatz alternativer Kraftstoffe in Fahrzeugen. Steigende Benzinpreise sind auch für Skeptiker ein überzeugendes Argument.

Gas wird bei steigendem Ölpreis auch für den Transportsektor interessant

Von April bis Juli stieg der durchschnittliche Preis einer Gallone Benzin um 22 Prozent auf 2,46 Dollar, während der Preis für komprimiertes Erdgas für Automobile nur um 6 Prozent - auf umgerechnet etwa 1,73 Dollar - anzog. „Wenn der Preis an der Zapfsäule nur um einen Cent steigt und man etwa 80 Millionen Gallonen Kraftstoff im Jahr kauft, dann ist das eine teure Angelegenheit“, meint Jerome Webber, AT&Ts Vice-President for Fleet Operations. Das Unternehmen geht davon aus, dass die neuen Fahrzeuge ihm in den kommenden zehn Jahren eine Einsparung von 49 Millionen Gallonen Benzin bringen werden. Der Transportriese UPS ergänzte seinen aus bereits 800 Erdgasfahrzeugen bestehenden Fuhrpark im Februar um 300 weitere Fahrzeuge.

Der Markt für Erdgasfahrzeuge wird in den Vereinigten Staaten durch den Mangel an Erdgastankstellen begrenzt. Laut Natural Gas Vehicles for America bieten von den 162.000 Tankstellen des Landes gerade einmal 1.100 Erdgas an. Aber diese Zahl wächst. Clean Energy, ein Unternehmen, hinter dem der legendäre Öl-Tycoon T. Boone Pickens steht, hat in Nordamerika 184 Erdgastankstellen errichtet und will in den kommenden zwei Jahren 80 weitere bauen. Questar Gas hat 20 Erdgastankstellen entlang des I-15-Korridors dieses Bundesstaates errichtet und plant für die kommenden 18 Monate sechs weitere.

Natürlich ist den Managern der Erdgasproduzenten klar, dass solche Vorstöße im Vergleich zu den massiven Vorräten, die in der Erde ruhen, nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Darum haben sie in den vergangenen Monaten in Washington intensive Gespräche mit Politikern geführt, um in einem im Kongress verhandelten Klimagesetzesentwurf Anreize für den Einsatz von Erdgas unterzubringen. Durch die langfristig verstärkte Nutzung von Erdgas hoffen sie, ihre Position gegen die Öl- und Kohlemultis ausbauen zu können.

Unabhängig davon, ob sie mit diesen Bemühungen in Washington Erfolg haben, scheint sich der Trend von der Kohle hin zum Erdgas zumindest vorerst fortzusetzen. Dafür sprechen sowohl der Preis als auch die allgemeine politische Entwicklung. Izzo von PSEG kommentiert: „Wir bauen Gasturbinen, weil es kurzfristig keine Alternative gibt.“

Weitere Themen

Fintech Penta sichert sich frisches Geld

In Finanzierungsrunde : Fintech Penta sichert sich frisches Geld

Das Finanz-Start-up, das sich auf Geschäftskonten für Selbständige spezialisiert hat, sichert sich 4 Millionen Euro von Investoren. Ein kleiner Lichtblick für das Unternehmen. Für das laufende Jahr hatte man sich düstere Szenarien ausgemalt.

Topmeldungen

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.