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Edelmetallkauf : Der schwierige Weg zum eigenen Edelmetall

Niemand muss die Barren im Keller stapeln Bild: dpa

Der Run auf physisches Edelmetall hält an. Einige Edelmetallhändler sind ausverkauft, vor allem gängige Münzen und kleine Barren sind nur noch schwer erhältlich. Neue Angebotsideen versprechen Abhilfe bei Beschaffungs- und Lagerproblemen.

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          Inflation und wie man sich davor schützt, ist ein Thema, das Anleger weltweit angesichts der massiven Liquiditätsspritzen der Notenbanken im Zuge der Finanzkrise verstärkt umtreibt. Hinzu kommen die Sorgen, dass auch Staatsanleihen mit Blick auf die ausufernde Staatsverschuldung nicht mehr so sicher sein könnten, wie man einst dachte.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das treibt viel Anleger nicht zuletzt in die als wertbeständig geltenden Edelmetalle. Doch das Investieren ist nicht ohne Schwierigkeit, vor allem dann nicht, wenn Anleger auch gegenüber der Stabilität von Finanzprodukten wie Investmentfonds oder Zertifikaten und deren Emittenten hegen und ihr Vermögen gerne zum Anfassen hätten.

          Welche Barren, welche Händler, welche Gütesiegel?

          Das hat dazu geführt, dass das Angebot vieler der zahlreichen Internetanbieter drastisch geschrumpft ist. Besonders Barren mit kleinen Gewichten sind kaum noch erhältlich. Für ein systematisches Investieren in physisches Gold eignet sich diese Art des Erwerbs aber ohnehin nur bedingt. Zwar lässt sich ein 3 mal 2 Zentimeter großer 10-Gramm-Goldbarren mit einem Preis von derzeit rund 350 Euro bequem im heimischen Tresor oder einem Bankschließfach deponieren.

          Allerdings liegt zwischen An- und Verkaufspreisen der Händler vor allem bei kleinen Barren und Münzen eine spürbare Spanne, die erst einmal verdient sein will. Wer sich auf den einschlägigen Internetseiten umtut, ist zudem bald verwirrt durch Warnungen vor bestimmten Händlern oder Barrensorten.

          Hinzu kommen wertmindernde Faktoren. Das beginnt bei hohen Versicherungskosten für die private Lagerung und geht weiter damit, dass der Wiederverkaufswert von privat gelagertem Gold und Silber niedriger sein kann. Denn nur wenn die Barren das Gütesiegel „Good delivery“ haben, haben sie mit Sicherheit den höchsten Handelswert. Dieses Siegel soll garantieren, dass die aufgeprägten oder eingestanzten Merkmale wie Feinheit und Gewicht zutreffen. Dazu gehört, dass die Barren ständig und ununterbrochen in akzeptierten Lagerräumen aufbewahrt wurden. Dazu gehören private Tresore und Bankschließfächer nicht.

          Doch hier wartet schon die nächste Falle. So hat „Emirates Gold“ zwar den Status „Dubai Good Delivery“ inne, jedoch nicht das gleichnamige Siegel der London Bullion Market Association (LBMA), der als das höchste Gütesiegel gilt.

          Online kaufen, in London lagern

          Zwar verliert ein Barren, der nicht der „London Good Delivery“ entspricht, an sich nicht an Wert, sagt Alex Preukschat, Sprecher von Goldmoney. Das Unternehmen bietet seit 2003 den Handel und die zertifizierte Lagerung von Edelmetallen an. „Allerdings müssen Barren, die von Anlegern wieder in den offiziellen Kreislauf eingebracht werden, überprüft werden. Für diese Prüfung entstehen normalerweise Kosten in Höhe von etwa 500 bis 1.000 Dollar“, so Preukschat.

          Anders als viele Edelmetallhändler verkauft Goldmoney nicht handelsübliche Münzen und Barren, sondern via Internet-Plattform auch kleinste Mengen Gold, Silber und Platin. Diese gehen ins Eigentum des Kunden über. Ausreichende Mengen können als persönliches Eigentum registriert und auf Wunsch auch ausgeliefert werden.

          Dabei bietet Goldmoney die Auslieferung von Gold schon in kleinen Mengen ab 100 Gramm an, wobei aber eine Herstellungskostengebühr von rund 4 Prozent erhoben wird. Silber und Platin gibt es dagegen nur in Standard-Liefergrößen. Ein Silberbarren von 1.000 Unzen im Wert von knapp 15.000 Euro wird aber auch nur dann ausgeliefert, wenn der Kunde mindestens eine Palette von 30.000 Unzen besitzt, die bald eine halbe Million Euro wert ist. Platin ist es ein Barren von mehr als 5 Kilogramm mit einem Wert von mehr als 200.000 Euro. Ob eine physische Auslieferung daher lohnenswert ist, scheint fraglich.

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