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Edelmetalle : Silberpreis - ETFs halten große Positionen

  • Aktualisiert am

Bild: iShares, SG Commodities Research

Der Silberpeis arbeitet aus technischer Sicht am Ausbruch nach oben. Wer braucht die Gebrüder Hunt, um den Markt zu „cornern“, wenn es dafür die ETFs gibt, fragen jedoch kritische Analysten.

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          Ging der Silberpreis nach massiven Kursgewinnen in den Jahren 2005 und Anfang des Jahres 2006 danach in eine Konsolidierungsphase über, so scheint er neuerdings mit der anhaltenden Schwäche des Dollars und mit Kursen knapp unter 14 Dollar je Unze an einem Ausbruch nach oben aus der charttechnischen Dreiecksformation zu arbeiten.

          Alleine schon aus technischen Gründen wäre dann der Weg zu weiteren Kursgewinnen nach oben geöffnet. Hintergrund sind Überlegungen, die internationalen Anleger würden auf der Suche nach Diversifikationsmöglichkeiten für die Anlage ihrer Gelder und vor allem auch als Schutz gegen aufkommende Turbulenzen und inflationäre Tendenzen auf den Kauf von Edelmetallen setzen.

          Edelmetalle bieten Anlegern Diversifikationsmöglichkeiten ...

          Denn im Gegensatz zu anderen Vermögenswerten sind sie nicht beliebig vermehr- und reproduzierbar. Das heißt, sollten die internationalen Zentralbanken die Geldmengen weiterhin so stark expandieren lassen wie in der Vergangenheit und damit die Preise der verschiedensten Vermögenswerte nach oben treiben - angefangen von Immobilien, über Kunstgegenstände bis hin zu Aktien und Anleihen -, so dürften auch die Preise wirklich knapper Güter anziehen können.

          Bild: COMEX, US CFTC&SG Commodities Research

          Allerdings scheint das gegenwärtig auch die einzige Begründung zu sein, um auf steigende Preise bei Edelmetallen zu setzen. Denn sie werfen weder Zinsen ab noch nimmt die industrielle Nachfrage rasch genug zu, um wirklich preistreibend zu wirken. Auf der anderen Seite kamen in den vergangenen Monaten viele Zertifikate und vor allem auch börsengehandelten Fonds (ETFs) auf den Markt, die den Anlegern die direkte Spekulation auf die Edelmetallpreise möglich machen können und sollen.

          Diese Möglichkeit ist einerseits von Vorteil, da sie sich auf diese Weise nicht die operativen Risiken von Minenunternehmen - die Risiken bestehen in steigenden Kosten und in möglichen Misserfolgen bei der Suche nach ergiebigen und kostengünstig erschließbaren Vorkommen - ins Depot legen müssen. Tatsächlich zeigt ein Blick auf die spekulativen Positionen und die Bestände von Silberfonds, dass sie in den vergangenen Tagen deutlich aufgestockt und damit zum Preisanstieg beigetragen haben.

          ... sofern der Markt nicht „gecornert“ wird

          Nach einer Analyse der Analysten von Société Générale Cross Asset Research befinden sich etwa 21.500 Tonnen Silber - das entspricht etwa einer Nachfrage von neun Monaten - in den Händen und Beständen von Fonds, Händlern, Regierungen und anderen. Sie können nach ihrer Einschätzung bei steigenden Preisen jederzeit mobilisiert und auf den Markt gebracht werden. Es lasse sich zwar nicht festlegen, bei welchen Preisschwellen das der Fall sein könnte. Allerdings hätten sich aufkommende Verkäufe in der jüngeren Vergangenheit immer wieder beobachten lassen, sobald der Preis eine gewisse Dynamik nach oben entwickelte und sich der Marke von 14 Dollar je Unze näherte.

          Nach einer Analyse von Ron Griess von The Chart Store haben alleine die Käufe des IShares Silver Trust in kaum einem Jahr mehr als 120 Millionen Unzen Silber vom Markt genommen. Wer brauche die Gebrüder Hunt, um den Markt zu „cornern“, wenn es dafür den ETF gebe, fragt er. Dabei verweist er auf einen Passus im Prospekt des Fonds, der für das Jahr 2005 auf eine Differenz von 35,5 Millionen Unzen Silber zwischen Produktion und industrieller Nachfrage hinweist. (Siehe auch: Die Gebrüder Hunt verzocken sich am Silbermarkt).

          Fazit: Es scheint zwar einige Gründe dafür zu geben, zu Diversifikationszwecken in Edelmetalle zu investieren. Allerdings sind die spekulativen Elemente im Moment ziemlich ausgeprägt und die Preisrisiken entsprechend hoch.

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