https://www.faz.net/-gv6-78fl0

Edelmetalle : Leichte Entspannung für Gold und Silber

Silber-Gedenkmünze: Immer wichtiger für den Preis des Metalls Bild: ZB

Nach dem großen Ausverkauf beruhigt sich der Edelmetallmarkt am Dienstag wieder etwas. Doch langfristig sind die Aussichten für Gold und Silber eher trübe.

          2 Min.

          Am Edelmetallmarkt ist am Dienstag wieder Ruhe eingekehrt. Der Goldpreis steigt um um knapp 2 Prozent auf knapp 1377 Dollar, Silber kostete mit 23,36 Dollar 2,8 Prozent mehr. 

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Montag war der Preis für Gold erstmals seit mehr als zwei Jahren unter die wichtige Marke von 1400 Dollar gefallen. Silber verlor zeitweise mehr als 13 Prozent auf nur noch 22,60 Dollar. So wenig kostete Silber zuletzt im Herbst 2010. Seit Oktober 2012 ist der Preis des weißen Edelmetalls um 25 Prozent gefallen.

          Eugen Weinberg, Leiter der Analyseabteilung Rohstoffe der Commerzbank, sprach in dem Zusammenhang von einem „panikartigen Ausverkauf“. Schon am Freitag waren die Preise stark gefallen.  Gemeinsam mit den Verlusten vom Montag war das der größte Preisrückgang  seit 30 Jahren.

          Langfristig mehr Sorgen als Optimismus

          Die Erholung am Dienstag überrascht nicht. Viele Anleger betrachten die Preisrückgänge als übertrieben. So rosig seien die Umstände nicht, sagt etwa David Poh, von der Societe Generale, der bei einem Preisniveau von 1300 Dollar zu Zukäufen rät.

          Die langfristigen Aussichten aber werden weniger gut eingeschätzt. Gold sei kein sicherer Hafen mehr, sagt etwa Brian Jacobsen, Stratege des Wells Fargo Advantage Funds, der sogar einen langfristigen Abwärtstrend in Richtung der 1000 Dollar für möglich hält. Auch Lee Boon Keng, von der Bank Julius Baer rät zur Vorsicht. Der Markt sei so lange schon auf einen Preisanstieg eingestellt gewesen, da müssen man erst abwarten, wie groß der Ausverkauf sein werde. Gefürchtet werde ein Rutsch unter die Marke von 1200 Dollar.

          Selbst Jim Rogers ist vorsichtig geworden

          „Alle sehen auf den Aktienmarkt und sind verblüfft, und wir haben keine Inflation. Also fragen sich alle, wofür sie Gold überhaupt brauchen.”, sagt Donald Selkin, leitender Marktstratege bei National Securities. Der Gold-Zyklus kippe immer schneller, Investoren sollten das Edelmetall verkaufen, riet die Investmentbank Goldman Sachs schon vor rund einer Woche. Die Citigroup sieht die „Todesglocke” für den Superzyklus, in dem die Preise länger als gewöhnlich gestiegen seien.

          Selbst Rohstoff-Investor Jim Rogers, der 1999 den Beginn der Rohstoff-Rally vorhergesagt hatte, ist mittlerweile vorsichtig geworden. Er sieht Korrekturbedarf für Gold und will erst wieder kaufen, wenn die Talfahrt tief genug geführt hat. Bei welchem Preis dieser Punkt für ihn erreicht wäre, sagte er allerdings nicht. Tatsächlich fand die erste Erholung rasch ein Ende.

          Silber in kritischer Lage

          Noch kritischer ist die Lage bei Silber. Der Preisanstieg zwischen August 2010 und April 2011 um 150 Prozent erinnert an die Preisexplosion der späten Siebziger. Damals hatte sich der Silberpreis innerhalb kürzester Zeit verzehnfacht, war fast ebenso schnell wieder verfallen und hatte danach mehr als 10 Jahre auf konstantem Niveau dahin gedümpelt. Technisch droht auch hier ein Rutsch unter die Marke von 20 Dollar, was zu einem weiteren Preisverfall führen könnte.

          Fundamental fehlt es an Unterstützung. Die Nachfrage aus der Industrie ist konjunkturell bedingt schwach. In den vergangenen beiden Jahren fiel sie um knapp 8 Prozent, der Markt verzeichnete einen Angebotsüberhang. Ein zunehmender Anteil wird für die Herstellung von Münzen und Medaillen verwendet.

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.