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Edelmetalle : Goldpreis erreicht neue Rekordwerte

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Bild: FAZ.NET

Man kann von der Entwicklung am Goldmarkt halten was man will, der Trend jedoch spricht nun inzwischen schon seit Jahren für ein riskantes Investment in diesem Bereich. Selbst erfahrene Marktteilnehmer warnen aber vor erratischen Kurskorrekturen.

          Man kann von der Entwicklung am Goldmarkt halten was man will, der Trend jedoch spricht nun inzwischen schon seit Jahren für ein riskantes Investment in diesem Bereich. Denn Gold wird immer teurer. Am Dienstag kostet eine Feinunze des edlen Metalls an den Terminbörsen 1.035,3 Euro beziehungsweise 1.247 Dollar und damit soviel wie noch nie vorher.

          Der Preis wird von jenen Anlegern immer weiter nach oben getrieben, die sich über die fragile Wirtschaftsentwicklung, die expansive Geldpolitik der Zentralbanken und nicht zuletzt auch über die andauernde Volatilität an den Finanzmärkten, vor allem auch im Devisenbereich, Sorgen machen.

          Anleger treiben den Preis immer weiter nach oben

          Ihr Engagement im Goldmarkt lässt sich sowohl aus Äußerungen verschiedenster Fonds- und Hedge-Fondsmanager ableiten, als auch den Positionen, die börsengehandelte Rohstofffonds in den vergangenen Jahren aufgebaut und in jüngster Zeit verstärkt haben.

          Nach Einschätzung des britischen Analysehauses GMFS kann Gold bei zunehmender Wahrscheinlichkeit eine konjunkturellen Rückfalls in eine Rezession beziehungsweise bei einem Überschwappen der europäischen Schuldenkrise auf die Vereinigten Staaten noch teurer werden. Alleine schon aus saisonalen Gründen sei in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres mit einem Goldpreis zwischen 1.050 und 1.300 Dollar je Feinunze zu rechnen. Im Extremfall, nämlich der Ausbreitung der Schuldenkrise, könne der Goldpreis sogar auf 2.000 Dollar steigen, erklärte GMFS-Vorstandssprecher Paul Walker. Im Vergleich mit Europa als Gesamtheit stünden die Vereinigten Staaten in vielerlei Aspekten deutlicher schlechter da. Die amerikanischen Schulden nähmen Stunde um Stunde und Tag für Tag immer weiter zu, während man in Europa wenigstens über ihre Begrenzung rede.

          Die Dynamik des Goldpreises nach oben wurde in den vergangenen Jahren zudem gestützt durch die Goldproduzenten. Immer mehr von ihnen sichern sich in immer geringerem Ausmaß per Termin gegen Preisrückschläge ab und kaufen teilweise sogar leer verkaufte Positionen zurück. Die Kombination solcher Faktoren führt zusammen mit immer mehr auf den Markt kommenden Edelmetallprodukten der Banken für eine andauernde Eigendynamik des Marktes nach oben.

          Vorsicht vor erratischen Kurskorrekturen

          Mit Argumenten wie „in Zeiten exzessiver Staatsverschuldung und großer Unsicherheit gewinnt Gold als Anlagemöglichkeit an Bedeutung: Als „sicherer Hafen“ dient es vor allem dem Schutz vor Inflationsrisiken. Zusätzlich wird das Edelmetall gerne zur Risikodiversifikation eingesetzt. Experten gehen davon aus, dass sich der Preisanstieg von Gold fortsetzt“ wirbt etwa die Credit Suisse für ein seltsames Produkt namens CS Goldleiter (WKN: CS8TB1). Damit könne der Anleger überproportional vom steigenden Goldpreis
          den Stufen 120 Prozent, 140 Prozent und 160 Prozent bis zur Obergrenze von 170 Prozent profitieren.

          Steige Gold beispielsweise um mehr als 20 Prozent, aber weniger als 40 Prozent über den Startwert, würden 140 Prozent je Goldleiter zurückgezahlt. Darüber hinaus biete das Produkt eine Teilabsicherung in Form eines Risikopuffers von 20 Prozent des eingesetzten Kapitals am Ende der fünfjährigen Laufzeit, sowie der Euro-Dollar-Wechselkursentwicklung. Ob das Produkt sinnvoll ist, mag bezweifelt werden. Sicher ist jedoch nur, dass die Emissionsbanken in solchen Konstrukten unauffällig satte Gebühren verbergen können.

          Alleine schon ein Puffer von 20 Prozent ist angesichts der großen Volatilität des Marktes relativ wenig wert. Die 60-Tage-Gold-Volatilität erreichte in den vergangenen Monaten Spitzenwerte von bis zu 50 Prozent. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit für große Kursbewegungen kann ziemlich groß werden.

          Darauf deutet auch Paul Walker von GMFS deutlich hin. Anleger könnten im Falle einer stark deflationären Entwicklung oder bei Zinserhöhungen, mit welchen die Zentralbanken das Vertrauen der Allgemeinheit wiedergewinnen wollen könnten, das Interesse an Gold verlieren, erklärte er. Sollten sie auch nur für kurze Zeit nicht mehr weiter Gold erwereben wollen, könnte der Preis sehr schnell um 150 oder gar 200 Dollar je Unze fallen.

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