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Edelmetalle : Anleger können auf höhere Goldpreise hoffen

  • -Aktualisiert am

Begehrte Anlage: Gold Bild: dapd

Der Goldpreis steigt wieder. Analysten rechnen mit 2.000 Dollar je Feinunze bis 2013. Als Ursache gelten die Staatsschulden und eine höhere Inflation.

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          Anleger, die auf einen Goldpreisanstieg setzen, konnten sich in den vergangenen Tagen wieder ein wenig freuen: Das Edelmetall verteuerte sich, denn die Sorgen der Investoren mit Blick auf die Staatsschuldenkrise haben zugenommen und damit ist Gold wieder verstärkt gefragt. Dabei hatten die Goldinvestoren zuletzt nicht nur hohe Preisschwankungen erlebt. Mehr noch: Sie mussten auch fürchten, dass der stetige Preisanstieg der vergangenen Jahre zu einem Ende gekommen ist, denn der Preis liegt nur noch bei rund 1650 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Rekordpreis von 1921 Dollar, der im vergangenen September erzielt wurde, ist in weite Ferne gerückt.

          Nun hat das Analyseunternehmen Thomson Reuters GFMS, das viel beachtete Studien zum Goldmarkt publiziert, den Anlegern Hoffnung auf weiter steigende Preise gemacht: Dem neuen „GFMS Gold Survey“ zufolge, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, könne der Goldpreis, angetrieben durch die Sorgen um Staatsschulden und eine höhere Inflation, bis Anfang des kommenden Jahres über die Marke von 2000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) klettern.

          Kurzfristige Risiken

          Zwar gebe es kurzfristig Risiken, dass die Preise nachgeben, doch mit einem starken Absinken des Goldpreises bis auf die 1000-Dollar-Marke sei nicht zu rechnen. Die Lage an den Finanzmärkten deute eher auf steigende Preise. Besonders die Tatsache, dass mit einer Fortsetzung der geldpolitischen Lockungen der Notenbanken zu rechnen sei, werde dieses Jahr für höhere Goldpreise sorgen, heißt es bei GFMS. Allerdings nehme auch das Goldangebot weiter zu, während die Nachfrage in wichtigen Verbraucherländern wie Indien und China zum Teil unsicher sei.

          Der Anstieg des Goldpreises ist für Anleger das wichtigste Kaufargument, denn Gold liefert keine Dividende wie beispielsweise Aktien oder erwirtschaftet Zinsen. Gold ist aber als Krisenwährung beliebt, immerhin steigt der Preis des Metalls schon seit elf Jahren. Allein im vergangenen Jahr hat die Goldpreisentwicklung andere Anlageklassen wie Aktien und Anleihen übertrumpft, der Goldpreis legte 2011 um 10 Prozent zu. Und die mit Gold hinterlegten börsennotierten Goldfonds haben keine größeren Abflüsse zu verzeichnen.

          Doch in den vergangenen Wochen war der Goldpreis stark gesunken. Analysten senkten derweil ihre Preisprognosen für das Edelmetall. Außerdem hatte der Goldpreis die 200-Tage-Linie durchbrochen. Daraus schließen viele Anleger, dass die Preise weiter sinken werden.

          Der Goldpreis je Feinunze Bilderstrecke
          Der Goldpreis je Feinunze :

          „Der März war für den Goldanleger kein guter Monat“, heißt es in einem Rohstoffbericht der DZ Bank. „Die spekulativ eingestellten und eher kurzfristig orientierten Anleger haben ihre Goldpositionen deutlich reduziert.“ Das habe mit dem steigenden Dollarkurs und der verbesserten Konjunkturlage in Nordamerika zu tun. Nach Einschätzung der DZ-Bank-Analysten werde der Goldpreis zulegen und bis Ende des Jahres bei 1850 Dollar je Unze liegen. Einer sinkenden Goldnachfrage aus Indien würden „Erwartungen eines schwächeren Dollars und steigende Inflationserwartungen gegenüberstehen“. Dies werde den Goldpreis im zweiten Halbjahr wieder antreiben.

          Die Rohstoffanalysten der Commerzbank erklären den jüngsten Anstieg des Goldpreises damit, dass Gold „sich wieder mehr wie ein sicherer Hafen verhielt“. Offenbar habe das „Wiederaufflammen der Staatsschuldenkrise in der Eurozone“ zu dieser Entwicklung beigetragen. Aber auch die physische Nachfrage spreche für steigende Goldpreise: „So berichtet das Zensus- und Statistik-Büro in Hongkong für Februar von Goldexporten nach China in Höhe von 39,7 Tonnen. Dies waren 20 Prozent mehr als im Januar.“ Es sei damit zu rechnen, dass China dieses Jahr Indien als weltgrößten Goldkonsumenten ablösen werde.

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