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Doha : Iran sagt Teilnahme am Treffen der Ölförderländer ab

  • Aktualisiert am

Skyline von Doha: Hier treffen sich an diesem Sonntag die Ölförderländer. Bild: dpa

Iran hat kein Interesse daran, einen Plan für das Einfrieren der Ölfördermengen zu unterzeichnen. Deshalb schickt das Land nun gar keinen Vertreter zum Treffen der Ölförderländer.

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          Iran wird nicht an dem Treffen von Ölförderländern am Sonntag im Golfemirat Qatar teilnehmen. „Da wir einen Plan fürs Einfrieren nicht unterzeichnen wollen, gibt es auch keine Notwendigkeit, jemanden vor Ort in Doha zu haben“, sagte der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Shana. Iran unterstütze zwar den Plan, werde aber seine Produktion auf 4 Millionen Barrel am Tag - und damit auf den Level vor den Sanktionen - wie geplant erhöhen, so der Minister.

          Im Bemühen um stabilere Ölpreise wollen Vertreter wichtiger Förderländer am Sonntag in Doha über gemeinsame Schritte beraten. Es solle dort über das mögliche Einfrieren der Fördermengen gesprochen werden, hatte die staatliche Nachrichtenagentur QNA am Mittwoch Qatars Energieminister Mohammed bin Saleh berichtet. Zu dem Treffen werden nach Darstellung des russischen Energieministers Alexander Nowak rund 15 Teilnehmer erwartet. Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sowie weiterer wichtiger Fördernationen wie Russland verhandeln seit Wochen über Möglichkeiten, den rapiden Verfall der Preise einzudämmen.

          Die Ölpreise waren von Mitte 2014 bis Ende 2015 um bis zu 70 Prozent eingebrochen. Zwischenzeitlich erholten sie sich wieder etwas. Ein Ende des langjährigen Preistiefs sehen viele Beobachter aber noch nicht.

          Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am Sonntagmorgen, es sei nicht unwahrscheinlich, dass es zu einem Einfrieren der Ölfördermengen auf dem Niveau vom Januar kommen könnte. Die Deckelung solle zunächst bis zum 1. Oktober gelten, wie aus dem Entwurf für  eine Einigung des Treffens in Doha hervorgehe. Die Staaten wollten sich im Oktober abermals in Russland treffen, um die Fortschritte im Kampf gegen den niedrigen Ölpreis zu überprüfen.

          Insider äußerten sich optimistisch, dass es zu einer Einigung kommen wird. Saudi-Arabien, Qatar, Venezuela und Russland hatten sich schon im Februar vorläufig darauf verständigt, die Ölförderung auf dem Januar-Niveau einzufrieren. Allerdings machen sie dies davon abhängig, dass sich weitere Exporteure dem anschließen.

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