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Digitales Geld : Notenbanken lassen Bitcoin-Preis abstürzen

  • Aktualisiert am

Bitcoins können auf Handelsplattformen im Netz mit „echtem“ Geld wie Euro oder Dollar gekauft werden. Bild: dpa

Die französische Zentralbank warnt vor Bitcoins, Chinas Notenbank hat den Finanzinstituten des Landes Transaktionen verboten. Der Kurs der Internet-Währung steht unter Druck.

          Digitale Währungen wie der Bitcoin werden immer beliebter - und sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Jetzt drohen der digitalen Währung gleich aus zwei Richtungen Einschränkungen: Die digitale Währung sei „hoch spekulativ“ und stelle ein „finanzielles Risiko“ für Verbraucher  dar, erklärte die Zentralbank am Donnerstag in Paris. So basiere der Bitcoin auf keiner realwirtschaftlichen Aktivität und habe einen sehr stark schwankenden Wechselkurs. Niemand garantiere die  Umwandlung des Bitcoins in eine reale Währung. Zudem könnten Hacker Bitcoin-Konten plündern.

          Chinas Notenbank hat den Finanzinstituten des Landes Transaktionen mit der virtuellen Währung Bitcoin verboten. Der Bitcoin sei kein Zahlungsmittel „im eigentlichen Sinne“ und habe daher nicht den Stellenwert anderer Währungen, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Peking mit. Allerdings sei es der Bevölkerung in China weiter freigestellt, im Internet den Bitcoin zu nutzen. Dies geschehe auf eigene Gefahr.

          Mit digitalem Geld in einer virtuellen Währung können Verbraucher auf Internet-Plattformen und in Online-Gemeinschaften für unterschiedliche Güter bezahlen - oft für rein virtuelle Güter wie Ausrüstungsgegenstände in Onlinespielen, teils aber auch für reale Produkte. Einige Online-Währungen können auch gegen echtes Geld  umgetauscht werden. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) warnte bereits, Digitalwährungen tendierten „von Natur aus“ zu  Instabilität.

          Bitcoin waren 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten  unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet, die maximale Geldmenge ist begrenzt.

          Der Kurs der Bitcoins steht am Donnerstag auch stark unter Druck. Auf der größten Handelsplattform Mt. Gox fiel der Kurs bei hohem Handelsvolumen von 1223 Dollar auf zuletzt 940 Dollar. Gleich zu Handelsbeginn waren umfangreiche Verkaufsaufträge eingestellt worden. Auch auf dem aktivsten dollar-basierten Handelsplatz Bitstamp liegt der Preis knapp 20 Prozent im Minus bei 921 Dollar.

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