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Rohstoffe : Diamanten werden bald knapp

Nicht alle Steine, die funkeln, sind auch echte Diamanten. Bild: Reuters

In fünf Jahren könnten Diamanten knapp werden. Dann sollte die Nachfrage nach Rohdiamanten laut einer Studie das Angebot übersteigen. Vor allem Amerika und China wollen mehr funkelnde Steine kaufen.

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          Welche Frau träumt nicht von einem edlen Stein für die Ewigkeit wie einem Diamanten. Und auch so mancher Mann tut dies. Stars wie der Rapper Sean Combs alias Puff Daddy oder der Fußballer David Beckham haben es mit ihrem Schmuck vorgemacht. Doch es ist Eile geboten, um sich diesen teuren Traum auch erfüllen zu können. Denn in fünf Jahren werden Diamanten offenbar knapp. Dann sollte die Nachfrage nach Rohdiamanten das Angebot übersteigen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die Managementberatung Bain & Company und das Antwerp World Diamond Centre am Donnerstag vorgelegt haben.

          Kerstin Papon
          (kpa.), Finanzen, Wirtschaft

          Der größte Absatzmarkt der Welt für Diamanten sind nach Angaben der Studie die Vereinigten Staaten. Dort habe die Branche im Jahr 2013 rund ein Drittel ihres gesamten Umsatzes mit Diamantschmuck erzielt. In Amerika sei in den kommenden zehn Jahren mit einem langfristigen Absatzwachstum von jährlich zwei bis drei Prozent zu rechnen. In China werde sich der Absatz dank einer wachsenden Mittelschicht und zunehmender Verstädterung bis zum Jahr 2024 voraussichtlich verdoppeln.

          Doch die Diamantenförderung könne die steigende Nachfrage nur bis etwa zum Jahr 2019 befriedigen, heißt es von Bain weiter. Bis 2024 wiederum werde das derzeit absehbare Fördervolumen von Rohdiamanten wegen alternder Minen und des Wechsels hin zum Untertagebau um bis zu zwei Prozent zurückgehen. Dabei werde sich die Produktion von Rohdiamanten bis zum Jahr 2019 auf 163 Millionen Karat (0,2 Gramm) jährlich belaufen und damit unter den 177 Millionen aus dem Jahr 2005 liegen.

          Eines der größten Probleme der Branche ist der Studie zufolge die Finanzierung mittelgroßer Unternehmen, die vor allem im Handel oder in der Verarbeitung von Diamanten tätig seien. Angesichts steigender Kreditrisiken und einer stärkeren Regulierung hätten viele traditionelle Diamantenbanken ihre Expositionen zunehmend eingeschränkt. In einigen Fällen sei die Finanzierungsquote der Steine von 100 Prozent auf 70 bis 75 Prozent gefallen. Insgesamt könnte das verfügbare Kreditvolumen der Branche mittelfristig um bis zu drei Milliarden Dollar sinken.

          Zuletzt habe sich das Wachstum der Diamantenindustrie vor allem auf die Vereinigten Staaten, China und Indien konzentriert, sagt Bain. Entscheidend für den Diamantenmarkt sei vor allem die Konjunktur. Doch auch landesspezifische Trends oder das Finanzierungsumfeld spielten eine Rolle. Indien habe seine Position als wichtigstes Land für das Schleifen und Polieren von Diamanten verteidigt. China wiederum habe die Stellung als Drehkreuz für Diamantschmuck behauptet. Andere Rohstoffe, andere Sitten. Bei Gold zum Beispiel hat Indien vor kurzem China als größter Nachfrager der Welt wieder überholt.

          Doch nicht alle Steine, die funkeln, sind auch echte Diamanten. Inzwischen gebe es synthetische Diamanten, die eine für den Schmuckmarkt akzeptable Qualität erreicht hätten, heißt es in der Studie. „Bei emotionalen Schmuckstücken wie Verlobungsringen sind synthetische Diamanten derzeit noch ein schwieriges Thema“, sagt Bain-Partner Klaus Neuhaus. Dennoch würden sie ihren Platz im Markt finden. Dabei müsse die Diamantenindustrie aktiv mithelfen, nur so könne sie ihr Geschäftsmodell um einen weiteren Aspekt bereichern.

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