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Diamanten gefragter : Es blitzt und funkelt in China

Die Minenkonzerne spüren eine höhere Nachfrage nach Rohdiamanten: Jetzt müssen auch die Käufer geschliffener Steine nachziehen, vor allem in China. Bild: Bloomberg

Die Diamantenbranche erwartet bessere Zeiten und setzt ihre Hoffnung vor allem auf China. Die Nachfrage nach Rohdiamanten nimmt zu.

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          Die Diamantenbranche hat einige harte Jahre hinter sich. Jetzt zieht zumindest die Nachfrage nach Rohdiamanten an. De Beers verzeichnete im Januar die besten Verkäufe seit Juli 2014. Schleifbetriebe füllen nach dem Weihnachtsgeschäft ihre Lager auf. Viele setzen auf das „Jahr des Hahns“ in China und hoffen, dass sich die dortige Wirtschaft kräftigt und die Chinesen mehr Geld für Luxusgüter ausgeben. Vor allem die mittleren und kleinen Betriebe stecken jedoch weiterhin in Liquiditätsnöten, insbesondere in Indien, einem der Zentren der Branche.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Die „Sights“ genannten Verkaufsveranstaltungen von De Beers gelten als wichtige Indikatoren für die Lage der Branche. Im Januar-Sight nahm der Konzern 720 Millionen Dollar ein, 175 Millionen Dollar mehr als im Jahr zuvor. Der Aktienkurs von Mutterkonzern Anglo American kletterte daraufhin um fast 5 Prozent in die Höhe. Insgesamt verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr Diamanten im Wert von fast 5,6 Milliarden Dollar. Am Umsatz gemessen ist er Marktführer.

          Für die „Sights“ fliegt eine handverlesene Gruppe von etwa 80 Abnehmern zehnmal im Jahr nach Gaborone in Botswana. De Beers bietet ihnen dort Päckchen ausgewählter Diamanten zu vorher festgesetzten Preisen an. Früher fanden diese Veranstaltungen in London statt, über die Ergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart. Heute gibt sich der Traditionskonzern offener. Bei Anglo American zählen Diamanten als Hoffnungsträger. Konzernchef Mark Cutifani unterzieht das einstige Riesenkonglomerat gerade einer Schrumpfkur. Künftig sollen nur noch drei Rohstoffe gefördert werden: Platin, Kupfer und Diamanten.

          Auf China und Indien kommt es an

          Die Minenkonzerne stellen sich bereits auf einen Aufschwung ein, wenn auch von niedrigem Niveau aus. Der Branchendienst Rapaport erwartet in diesem Jahr einen Anstieg der globalen Produktion um 5 bis 10 Prozent. Mehr Diamanten holt beispielsweise der börsennotierte Konzern Petra Diamonds aus der Erde. Im Ende Dezember zu Ende gegangenen Geschäftshalbjahr legte die Produktion um fast ein Viertel auf 2 Millionen Karat zu, der Umsatz verbesserte sich um knapp 50 Prozent. Auf dem Juwelenmarkt aber ist die Stimmung immer noch gedrückt. Während die Preise für Rohdiamanten gemäß der jüngsten De-Beers-Verkaufsrunde nach oben weisen, geben die Preise für geschliffene Juwelen weiter nach. Ein Rapaport-Preisindex für Einkaräter liegt um knapp 7 Prozent unter Vorjahresniveau.

          Wie es weiter geht, hängt auch von China und Indien ab. In China haben die Anbieter von Luxusgütern allgemein zu kämpfen, weil die Regierung entschlossener gegen Korruption vorgeht. Geschäftsleute halten sich mit großzügigen Geschenken zurück. In Indien gab es im November völlig überraschend eine Geldentwertung. Die Regierung erklärte fast 90 Prozent des in Umlauf befindlichen Bargelds für ungültig. Das traf vor allem die Diamantenschleifer, denn sie handeln traditionell mit Bargeld. Um die Schwierigkeiten abzufedern, gewährte De Beers flexiblere Zahlungskonditionen. Betriebe im unteren Marktsegment hätten immer noch zu kämpfen, teilte der Konzern mit. Das Schlimmste sei aber wohl überstanden.

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